-

- A
- Ärzte
- Adipositas (Übergewicht)
- Absolute Risikoreduktion (ARR)
- Absolute Risikozunahme (ARI, absolute risk increase)
- AIDS/HIV
- Akutes Nierenversagen (Akute Niereninsuffizienz)
- Alzheimer
- Angststörungen
- Asthma bronchiale
- Außenbandriss am oberen Sprunggelenk
- Ausschlusskriterien
- B
- Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps)
- Behandlungsfälle
- Behandlungsgruppe (Interventionsgruppe, Verumgruppe)
- Beobachtervariabilität (observer variability)
- Beobachtungsgleichheit (consistency of observation)
- Bettenauslastung
- Bettenausstattung
- Bias (systematischer Fehler)
- Bluthochdruck
- Brustkrebs
- C
- Carry-over-Effekt
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Confounding
- Control event rate (CER; Ereignisrate in der Kontrollgruppe)
- Critical Appraisal
- Critically Appraised Topic (CAT)
- Cross-over-Design
- D
- Darmkrebs (Kolonkarzinom)
- Depression
- Diskrete Variablen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Dichotome Variable
- E
- Entscheidungsbaum (decision tree)
- Effektmaß
- Effectiveness (Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen)
- Efficacy (Wirksamkeit unter Idealbedingungen)
- Einschlusskriterien
- Evidenz (evidence)
- Evidenz-basierte Medizin (Evidence-Based Medicine, EbM)
- Experimentalgruppe (Interventionsgruppe, Verumgruppe)
- Experimental event rate (EER; Ereignisrate in der experimentellen Gruppe)
- Externe Validität (Übertragbarkeit, Anwendbarkeit)
- F
- Fachabteilungen
- Fall-Kontroll-Studie
- Fallzahl
- G
- Gewichtete mittlere Differenz (Weighted Mean Difference, WMD)
- H
- Haarausfall
- Hauptdiagnose
- Hawthorne-Effekt/Hawthorne-Experiment
- Heterogenität/Homogenität
- HIV/AIDS
- Homogenität
- Hypothese
- Hypothesengenerierung
- I
- Innere Validität
- Intention-to-treat-Analyse
- Intervention
- Interventionsgruppe
- Inzidenz
- K
- Klinische Studie
- Kohorte
- Kohortenstudie
- Konfidenzintervall (Vertrauensbereich, confidence interval – CI)
- Kontinuierliche/stetige Variablen
- Kontrollgruppe
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Krankenhäuser
- L
- Wahrscheinlichkeitsverhältnis (Likelihood Ratio)
- M
- Matched-Pairs-Technik
- Multiple Sklerose (MS)
- Matching („Anpassung“)
- Meta-Analyse
- N
- Nachtest-Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung (post-test probability)
- Negativer prädikativer Wert
- Nichtärztliches Personal
- Nullhypothese
- Number Needed to Treat (NNT)
- Number Needed to Harm (NNH)
- O
- Odds (Chance)
- Odds Ratio (OR, Chancenverhältnis)
- Operation
- Osteoporose (Knochenschwund)
- Outcomes (Ergebnis, Endzustand)
- P
- P-Wert
- Parallelgruppen-Studie
- Parkinsons
- Per-Protocol Analyse
- Pflegedienst
- Pflegetage
- Plazebo
- Positiver prädiktiver Wert
- Power (statistische Trennschärfe)
- Prädiktion
- Prädiktoren/Risikofaktoren (Unterschied zu Risikomarker s.u.)
- Prävalenz
- Primärliteratur
- Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
- Publikationsbias (publication bias)
- Q
- Qualitätsberichte
- Qualitätssicherung im Rahmen der Gesundheitsreform
- R
- Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
- Randomisierung
- Referenzstandard (Goldstandard)
- Reizdarm-Syndrom
- Relative Risikoreduktion (RRR)
- Relatives Risiko (RR)
- Responder
- Responserate
- Rheumatoide Arthritis
- Risiko (Rate, Ereignisrate)
- Risikomarker
- Risikofaktor
- Risikostratifikation
- Rückenschmerzen
- S
- Schuppenflechte (Psoriasis)
- Score
- Sekundärliteratur
- Sensitivität (richtig positive Rate eines Tests)
- Sensitivitätsanalyse
- Spezifität (richtig-negative Rate eines Tests)
- Standardabweichung
- Statistische Signifikanz
- Stichprobe
- Stichprobenfehler
- Stratifizierung
- Studiendesign
- Surrogatendpunkte (intermediäre Endpunkte)
- Systematischer Review (Synonym: Systematische Übersicht)
- T
- Typhus
- Thrombose (Blutgerinnsel)
- U
- Übergewicht (Adipositas)
- Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni (Magen- und Zwölffingerdarm-geschwür)
- Umschläge, verschlossene (sealed envelopes)
- V
- Validität (innere Validität, Glaubwürdigkeit)
- Verblindung
- Verdeckte Zuordnung (concealment of allocation)
- Vortest-Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung (pre-test probability)
- W
- Wahrscheinlichkeitsverhältnis (Likelihood Ratio = LR)
- Warzen (Verrucae)
- Z
- Zufallszahlen (random numbers)
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- A
- Ärzte
- Ärzte werden unterschieden in hauptamtliche und nichthauptamtliche Ärzte.
Hauptamtliche Ärzte sind in der Einrichtung fest angestellte Ärzte (ohne Gast-, Konsiliar- und hospitierende Ärzte). Ärzte im Praktikum werden nachrichtlich ausgewiesen.
Nichthauptamtliche Ärzte sind Belegärzte und von Belegärzten angestellte Ärzte.
Belegärzte sind niedergelassene und andere nicht in der Einrichtung angestellte Ärzte, die berechtigt sind, ihre Patienten (Belegpatienten) in der Einrichtung unter Inanspruchnahme der dafür bereitgestellten Dienste, Einrichtungen und Mittel stationär oder teilstationär zu behandeln, ohne hierfür vom Krankenhaus eine Vergütung zu erhalten.
nach oben- Adipositas (Übergewicht)
- In den westlichen Industrienationen kann in den letzten Jahrzehnten eine enorme Zunahme der Zahl übergewichtiger Menschen beobachtet werden. Allein in Deutschland weist Studien zufolge nur noch etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung ein gesundheitlich wünschenswertes Körpergewicht auf. Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass auch unter Kindern und Jugendlichen vermehrt Übergewicht auftritt. Übergewicht bzw. Fettsucht (Adipositas) ist eine chronische Krankheit, welche die Lebensqualität erheblich einschränkt und zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Berechnungen zu Folge würde z.B. die mittlere Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung in den USA um vier Jahre steigen, wenn es gelänge, alle Erwachsenen auf ihr Normalgewicht zu bringen. Eine grundsätzlich erfolgreiche Krebstherapie würde im Vergleich hierzu nur eine Erhöhung der mittleren Lebenserwartung um zwei Jahre bewirken. In Ländern mit ausreichender Versorgung an Nahrungsmitteln entwickelt sich Übergewicht somit zu einem Problem mit erheblicher sozialmedizinischer und sozialpolitischer Bedeutung.
nach oben- Absolute Risikoreduktion (ARR)
- Effektmaß für dichotome Endpunkte*; beschreibt die absolute Differenz der Rate an ungünstigen Ereignissen in der experimentellen Gruppe (E) im Vergleich zur Kontrollgruppe (K), wenn die experimentelle Behandlung wirksam ist (ARR = K – E). Der Kehrwert der ARR ergibt die Number Needed to Treat* (1/ARR = NNT).
nach oben- Absolute Risikozunahme (ARI, absolute risk increase)
- Beschreibt die absolute Differenz der Rate an ungünstigen Ereignissen in der experimentellen Gruppe (E) im Vergleich zur Kontrollgruppe (K), wenn die experimentelle Behandlung schlechter ist (ARI = |K - E| ). Der Kehrwert der ARI ergibt die Number Needed to Harm (1/ARI = NNH).
nach oben- AIDS/HIV
- Als HIV-positiv wird jede Person bezeichnet, bei der das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) direkt oder indirekt im Blut nachgewiesen wurde. Sechs Tage bis sechs Wochen nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kann es zur akuten HIV-Erkrankung kommen: Die Symptome sind unspezifisch und denen eines grippalen Infekts ähnlich. Es folgt ein krankheitsfreies Intervall von mehreren Jahren bis Jahrzehnten.
In dieser Situation ruht die HIV-Infektion jedoch nicht, wie man früher annahm. Vielmehr handelt es sich um ein dynamisches Geschehen, bei dem jeden Tag Milliarden neuer Viren entstehen bzw. abgetötet werden. Im späteren Verlauf kommt es zunehmend zu typischen Beschwerden. Das Vollbild einer AIDS-Erkrankung ist von Gewichtsabnahme, schweren Infektionserkrankungen und bestimmten Krebsarten gekennzeichnet. Durch gezielt gegen die Vermehrung des HI-Virus wirkende – so genannte antiretrovirale – Medikamente können der Ausbruch bzw. das Fortschreiten der HIV-Infektion heutzutage sehr lange hinausgezögert werden. Eine HIV-Infektion wird mittels Antikörpern diagnostiziert, die gegen HIV gerichtet sind. Sind solche Antikörper vorhanden im Körper vorhanden, muss HIV in den Körper eingedrungen sein, der Test wird dann als positiv bezeichnet. Um hundertprozentige Sicherheit zu gewinnen, sollten drei Monate nach einer möglichen Ansteckung bis zum HIV-Test vergehen. Diese Zeit braucht der Körper, um Antikörper zu bilden. Heutzutage ist auch ein schneller, aber kostenintensiver Direktnachweis des Virus möglich.
nach oben- Akutes Nierenversagen (Akute Niereninsuffizienz)
- Bei einem akuten Nierenversagen (akute Niereninsuffizienz) verschlechtert sich die Nierenfunktion innerhalb von Stunden bis Tagen. Erst wenn mehr als 60 Prozent der Nieren nicht mehr arbeiten, kommt es zum Nierenversagen. Die Entgiftungsfunktion nimmt stark ab (gemessen als so genannte glomeruläre Filtrationsrate). Substanzen, die eigentlich mit dem Harn ausgeschieden werden müssten (harnpflichtige Substanzen), reichern sich im Blut an. Mediziner sprechen von Azotämie. Im Gegensatz zur chronischen Niereninsuffizienz kann sich die Einschränkung der Nierenfunktion wieder vollständig zurückbilden. 70 bis 80 Prozent der Fälle mit akutem Nierenversagen entstehen nach Operationen, Unfällen oder Verbrennungen. Die akute Niereninsuffizienz ist eine lebensbedrohliche Erkrankung.
nach oben- Alzheimer
- Die Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) ist die häufigste Form der Demenz. Charakteristisch für eine Demenz ist die Abnahme von Gedächtnis und Denkvermögen. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Bei den über 90-jährigen ist mindestens jeder Dritte betroffen, vorwiegend Frauen. Die Entstehungsprozesse der Alzheimer-Demenz sind nicht vollständig geklärt. Typisch sind bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn. Von einigen Faktoren weiß man heute, dass sie die Entstehung von Alzheimer fördern. Die Erkrankung verläuft meist kontinuierlich schleichend, bis zur völligen Pflegebedürftigkeit. Wichtig ist, andere, eventuell heilbare Formen der Demenz auszuschließen, bevor man sich auf die Diagnose "Morbus Alzheimer" festlegt. Eine Heilung gibt es derzeit nicht, aber durch gute Betreuung und Medikamente lässt sich der Verlauf verzögern.
nach oben- Angststörungen
- Bei einer Angststörung steht das Gefühl der Angst dermaßen im Vordergrund, dass das alltägliche Leben in vielen Bereichen stark eingeschränkt ist. Angst wird als krankhaft bezeichnet, wenn die Dauer und Häufigkeit der Angstzustände mit der Zeit zunehmen oder, wenn die Betroffenen nicht in der Lage sind, die Angst mit eigener Kraft zu überwinden. Ein weiteres Kiriterium ist, dass die aktuellen Lebensumstände das Ausmaß der Angst nicht erklären können. Besteht die Angststörung schon seit längerer Zeit, so kommt es üblicherweise zu einem massiven Rückzug aus dem Alltag. Orte und Situationen, die Angst machen, werden gemieden. Häufig ist soziale Isolation die Folge. Lehrbüchern zufolge leiden zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung an behandlungsbedürftigen Angststörungen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
nach oben- Asthma bronchiale
- Das Asthma ("Asthma bronchiale") ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Bronchien reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize überempfindlich und verengen sich krampfartig. Diese Verengung der kleinen Luftwege führt zu einer in Anfällen auftretenden Atemnot, begleitet durch starke Schleimbildung und Schwellung der Schleimhaut. Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindsalter. In Deutschland sind etwa 10% der Kinder und 5% der Erwachsenen betroffen. Während bei Kindern das Asthma überwiegend allergisch bedingt ist, leiden Erwachsene, v.a. in der zweiten Lebenshälfte, häufiger unter dem sog. nicht-allergischen Asthma. Die Dauer eines Anfalls kann wenige Sekunden bis mehrere Stunden (schwerer Asthmaanfall) andauern. Auslöser können Allergien, Infektionen der oberen Atemwege, Überanstrengung, psychische Belastung, Kälte, Medikamente oder verunreinigte Luft sein. Die Diagnose erfolgt über die Krankengeschichte, die körperliche Untersuchung, Lungenfunktionstests und eine allergologische Abklärung. Wichtigste Maßnahme ist die Meidung der möglichen Auslöser (Staub, Haustiere bei Allergie, Zigarettenrauch u.a.). Daneben unterscheidet man Anfallsbehandlung und Intervalltherapie bei häufigen Attacken. Man verwendet dafür Bronchialsprays und verabreicht Betasympathomimetika, Kortison-Präparate, Leukotrien-Antagonisten und/oder ggf. Cromoglicinsäure. In schweren Fällen kann eine intravenöse Behandlung notwendig werden. Die Prognose des kindlichen Asthma bronchiale ist günstig.
nach oben- Außenbandriss am oberen Sprunggelenk
- Schäden an den Außenbändern gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Der Außenband-Apparat besteht aus drei verschiedenen Bandanteilen, welche die Spitze des Außenknöchels mit dem Fersenbein (Calcaneus) und dem Sprungbein (Talus) verbinden.
Am häufigsten reißen die Außenbänder bei jungen Erwachsenen. Ältere Menschen erleiden eher einen Bruch des Außenknöchels, während bei Kindern Verletzungen der Wachstumsfuge auftreten. Besonders gefährlich sind Sportarten, bei denen es auf kurze Sprints und Stoppbewegungen ankommt, beispielsweise Fußball, Tennis oder Volleyball.
nach oben- Ausschlusskriterien
- Bei klinischen und epidemiologischen Studien wird die Studienpopulation über explizite Ausschluss- und Einschlusskriterien* definiert. Ausschlusskriterien beschreiben negativ formulierte Eigenschaften, die potentielle Kandidaten von einer Studienteilnahme ausschließen. Sie leiten sich zum großen Teil aus der klinischen oder epidemiologischen Studienfragestellung ab (z.B. Ausschluss von besonderen Risikopatienten), zum Teil auch aus ethischen und rechtlichen Vorgaben. Letztere kommen vor allem bei Interventionsstudien zum Tragen.
nach oben- B
- Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps)
- Der weiche Gallertkern der Bandscheibe, der wie ein Puffer zwischen den Wirbelkörpern liegt und von einem Ring aus Faserknorpel gehalten wird, verrutscht dabei und durchbricht die faserige Hülle. Dies wird als Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) bezeichnet. Die austretende Gallertmasse drückt in vielen Fällen auf die umliegenden Nerven. Anders liegt der Fall bei der Bandscheibenvorwölbung (Diskusprotrusion). Hier verlagert sich das Bandscheibengewebe nach außen, ohne dass der Bindegewebsring der Bandscheibe zerreißt. Je nach Art und Ausmaß des Vorfalls treten unterschiedliche Symptome auf. Manche Bandscheibenvorfälle bleiben unbemerkt, andere sind mit starken Schmerzen verbunden, in einigen Fällen kommt es zu Lähmungen. Ein Bandscheibenvorfall tritt meist an der Lendenwirbelsäule auf. Die Betroffenen sind in der Regel zwischen 30 und 60 Jahre alt. An der Halswirbelsäule kommt ein Bandscheibenvorfall weniger häufig vor. Die Brustwirbelsäule ist am seltensten betroffen (ca. zwei Prozent aller Vorfälle). Insgesamt sind Bandscheibenvorfälle häufig: Im Jahr 2004 wurden fast 70.000 Bandscheibenvorfälle in Deutschland operiert.
nach oben- Behandlungsfälle
- Behandlungsfälle sind die aus ununterbrochener vollstationärer Behandlung entlassenen Patienten, unabhängig von der Zahl der durchlaufenen Fachabteilungen.
nach oben- Behandlungsgruppe (Interventionsgruppe, Verumgruppe)
- Der Anteil an der Studienpopulation in einer kontrollierten Interventionsstudie, der die zu untersuchende Behandlung/Intervention erhält; die Resultate der Behandlungsgruppe werden mit denen der Kontrollgruppe verglichen, um Aussagen über Größe und Richtung von Interventionserfolgen zu erhalten. S. auch Kontrollgruppe; Interventionsgruppe; Experimental Event Rate; Randomisierung; randomisierte kontrollierte Studie.
nach oben- Beobachtervariabilität (observer variability)
- Schwankungen von Mess- oder Untersuchungsergebnissen, die mit der Person des Beobachters in Zusammenhang stehen. Sie ist umso größer, je geringer die Reliabilität des verwendeten Messinstruments ist (z.B. Auskultation von Herztönen); Befunderhebung und/oder -interpretation sind ggfs. beeinflussbar durch die subjektive Wahrnehmung, Erfahrung und Ausbildung, evtl. auch durch Wunschdenken des Untersuchers. Es werden unterschieden: 1. Die Intraobserver-Variabilität bezeichnet die Schwankungen der Ergebnisse, wenn eine Person den gleichen (unveränderten) Untersuchungsgegenstand mehrfach untersucht. 2. Die Interobserver-Variabilität bezeichnet die Schwankungen der Ergebnisse, wenn mehrere Personen denselben Untersuchungsgegenstand untersuchen.
nach oben- Beobachtungsgleichheit (consistency of observation)
- Anforderung an die Durchführung von kontrollierten Studien, alle Studienteilnehmer gleichartig zu beobachten, um Ergebnisverzerrungen durch unterschiedliche Beobachtungsmodalitäten zu verhindern. S. auch Bias.
nach oben- Bettenauslastung
- Bettenauslastung gibt in vom Hundert die Auslastung der jeweiligen Betten der Krankenhäuser an. Sie wird nach folgender Formel berechnet: Bettenauslastung = (Pflegetage x 100) / (Aufgestellte Betten x Kalendertage).
nach oben- Bettenausstattung
- Bettenausstattung gibt den Jahresdurchschnittswert der Plan- bzw. aufgestellten Betten an, die der vollstationären Behandlung dienen.
nach oben- Bias (systematischer Fehler)
- Tendenz der Studienergebnisse, systematisch von den „wahren“ Ergebnissen abzuweichen. Bias führt entweder zu einer Über- oder Unterschätzung der wahren Wirkung einer Maßnahme oder Exposition. Die Ursachen dafür liegen vor allem im Design und der Durchführung der Studie und führen zu systematischen Unterschieden zwischen den Vergleichsgruppen, z.B. bei der Auswahl der Teilnehmer (Selektionsbias), der Erhebung der Endpunkte (measurement bias oder Messungsbias) oder dem Verlust von Teilnehmern in der Studie (attrition bias oder Verschleiß-Bias). Ergebnisse aus Studien mit geringem Risiko für Bias werden als valide angesehen.
nach oben- Bluthochdruck
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist international definiert als Erhöhung des Blutdrucks auf mindestens 140/90 mmHg. Bei 90% der Betroffenen lässt sich keine Ursache für die erhöhten Blutdruckwerte feststellen. Man spricht von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Bei den übrigen 10% ist die Hypertonie eine Folge von bestimmten Grunderkrankungen oder Medikamenten (sekundäre Hypertonie). Die Hypertonie verläuft meist jahre- bis jahrzehntelang beschwerdefrei. Mit zunehmender Erkrankungsdauer kommt es allerdings zu Schäden an Herz und Gefäßen, Gehirn und Nieren. Diese Schädigungen verursachen ihrerseits Beschwerden und können zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Die Diagnose ist durch die Blutdruckmessung nach Riva-Rocci und ergänzende Untersuchungen einfach und recht unkompliziert. Bluthochdruck muss frühzeitig therapiert werden, da mit fortschreitender Erkrankung Organschäden oder sogar Tod die Folge sein können. Die Hypertonie-Therapie ist individuell und sehr vielfältig. Sie stützt sich im Wesentlichen auf allgemeine Maßnahmen und – sofern diese allein nicht ausreichen – auf Medikamente, die den Blutdruck senken. Jede Senkung des Blutdrucks auf normale Werte bringt einen Gewinn an Lebensqualität und Lebensjahren.
nach oben- Brustkrebs
- Brustkrebs (Mammakarzinom) ist mit über 55.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland das häufigste Krebsleiden der Frau. Das Risiko, irgendwann im Leben an Brustkrebs zu erkranken, beträgt für Frauen über acht Prozent. Am häufigsten erkranken Frauen zwischen dem 60.–65. Lebensjahr. Auch Männer können betroffen sein, jedoch sehr viel seltener. Die Früherkennung durch intensive Selbstuntersuchung, regelmäßige Kontrollen beim Gynäkologen sowie durch Mammographien in empfohlenen Intervallen sind von großer Bedeutung. Je früher Brustkrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Weitere Untersuchungen, um Brustkrebs festzustellen und die Diagnose zu sichern, sind – neben der Mammographie – Ultraschall (Sonographie), Biopsie (Gewebeprobeentnahme) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Die sicherste Therapie ist eine Operation. Soweit möglich wird versucht, die Brust zu erhalten. In manchen Fällen lässt sich eine Amputation der Brust aber nicht vermeiden. Außerdem werden die Lymphknoten der Achselhöhle und anderer Lymphknotenstationen entnommen, um das Stadium der Erkrankung zu bestimmen.
nach oben- C
- Carry-over-Effekt
- Störender Effekt in Interventionsstudien mit Cross-Over-Design, wenn die Behandlung der 1. Phase über das Ende dieser Phase hinaus und in die zweite Phase hinein wirkt. So kann das Ergebnis der Behandlung in der 2. Phase beeinflusst und der Vergleich verzerrt werden. Zur Vermeidung dieses Effekts kann vor die 2. Studienphase eine so genannte Wash-out-Phase gesetzt werden, in der die Wirkungen vorangegangener Therapien abklingen.
nach oben- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Unter dem Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) werden die chronisch obstruktive Bronchitis, die mit oder ohne begleitendes Lungenemphysem auftreten kann, das Lungenemphysem an sich und die chronische Bronchitis mit asthmatischer Komponente eingeordnet. Es werden hier verschiedene Krankheitsbilder unter einem Begriff zusammengefasst, die sich zwar in der Entstehung, Diagnose und Therapie unterscheiden, aber eine ähnliche Symptomatik aufweisen, nämlich chronischen Husten, Auswurf, Atemnot, vor allem bei Belastung und eine deutliche Leistungsminderung der Betroffenen.
nach oben- Confounding
- Confounding liegt vor, wenn ein Faktor (Confounder), der nicht direkt Gegenstand der Untersuchung ist, sowohl mit der Intervention/Exposition als auch mit der Zielgröße assoziiert ist und dadurch bei Aussagen über die Beziehung zwischen Intervention/Exposition und Zielgröße „Verwirrung“ stiftet. Häufige Confounder sind z.B. Alter, Geschlecht oder Nikotingenuss. Confounding lässt sich durch ein entsprechendes Studiendesign (z.B. Randomisierung oder Matching) oder durch die Anwendung bestimmter statistischer Verfahren bei der Analyse (Stratifizierung, multivariate Analyse) kontrollieren.
nach oben- Control event rate (CER; Ereignisrate in der Kontrollgruppe)
- Anteil der Teilnehmer in der Kontrollgruppe, die in einem definierten Zeitraum ein Ereignis oder einen Endpunkt erleiden. Die Ereignisrate in der Kontrollgruppe wird zur Berechnung der absoluten Risikoreduktion und relativen Risikoreduktion benötigt.
nach oben- Critical Appraisal
- In der evidenzbasierten Medizin kritische Bewertung von wissenschaftlichen Studien mit dem Ziel, zu entscheiden, ob diese geeignet sind, zur Lösung eines spezifizierten Problems aus der medizinischen Versorgung (z.B. beste Behandlungsform für den eigenen Patienten) beizutragen; geprüft werden: 1. Validität; 2. klinische Relevanz; 3. Übertragbarkeit auf den gegebenen Entscheidungskontext. S. auch Bias.
nach oben- Critically Appraised Topic (CAT)
- In der evidenzbasierten Medizin (EbM) ein nach EbM-Methodik gelöstes Problem, das die als präzise formulierte Fragestellung, eine kurze Beschreibung der Informationsrecherche, die strukturierte Kurzfassung einer geeigneten, kritisch bewerteten Studie und die aus den Ergebnissen abgeleitete klinische Schlussfolgerung enthält; unter didaktischen Gesichtspunkten eignet sich die Erstellung von CATs zum Erlernen und Vertiefen der EbM-Methoden. Im Internet stehen freie Programme, so genannte CAT-Maker, zur Verfügung. Wenn eine CAT-Sammlung als Informationsquelle weiter verwendet werden soll, sind 3 Probleme zu bedenken: 1. CATs können fehlerhaft sein, ein Peer Review ist daher unverzichtbar. 2. CATs geben meist nur eine einzige Quelle zum klinischen Problem wieder und sind fast nie repräsentativ für die gesamte, zum Thema publizierte Literatur. 3. je nach Thema veralten CATs schnell.
nach oben- Cross-over-Design
- In Cross-over-Studien wird die Wirksamkeit zweier Behandlungsformen verglichen, indem diese zeitlich versetzt den gleichen Probanden verabreicht werden. Die typische Cross-over-Studie hat mindestens zwei Studienphasen. In der ersten Studienphase erhalten die Probanden des ersten Studienarmes zunächst Therapie A, die Probanden des zweiten Studienarmes Therapie B. Nach einer definierten Behandlungsdauer wird zur 2. Studienphase gewechselt: Studienarm eins erhält nun Therapie B und Studienarm zwei Therapie A. Die Wirksamkeit der Therapien kann am Ende der Studie sowohl im Intra- als auch im Intergruppenvergleich bestimmt werden.
nach oben- D
- Darmkrebs (Kolonkarzinom)
- Unter Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und des Anus zusammengefasst. Sie ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Risikofaktoren, die Darmkrebs begünstigen, sind erbliche Veranlagung, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und ballaststoffarme Ernährung. Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Änderungen der Stuhlgewohnheiten und Stuhlunregelmäßigkeiten können erste Anzeichen von Darmkrebs sein. Etwa die Hälfte der Tumoren des Darms ist mit dem Finger bei einer rektalen Untersuchung tastbar oder kann mittels einer Enddarmspiegelung (Rektoskopie) entdeckt werden. Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) kann der Arzt den gesamten Dickdarm beurteilen. Aus krebsverdächtigen Bereichen wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und unter dem Mikroskop genauer untersucht. In den meisten Fällen wird der vom Krebs betroffene Darmteil mit einem bestimmten Sicherheitsabstand entfernt. Liegt der Tumor mehr als acht Zentimeter oberhalb des Schließmuskels, kann der natürliche Darmausgang erhalten bleiben, bei tieferer Lage wird ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) angelegt. Ergänzend zur Operation wird eine Chemotherapie oder Strahlentherapiedurchgeführt. Die Heilungschancen hängen vor allem davon ab, wie frühzeitig der Darmkrebs entdeckt und entfernt wird. Daher haben alle gesetzlich Versicherten in Deutschland ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahrs Anspruch auf die jährliche Durchführung eines Schnelltests (sog. Hämocculttest) auf verstecktes Blut im Stuhl, welches auf eine Krebserkrankung hinweisen kann. Ab 55 Jahren kann eine Darmspiegelung als Früherkennungsmaßnahme durchgeführt und zehn Jahre später wiederholt werden.
nach oben- Depression
- Eine Depression gehört mit einem Erkrankungsrisiko von 16 bis 20 Prozent zu den häufigsten psychischen Krankheiten. Das Zusammenwirken biologischer und psychologischer Faktoren kann zu einer erhöhten Anfälligkeit für Depressionen führen, die dann bei zusätzlicher Belastung zur Entstehung von depressiven Symptomen führt. Typische Symptome einer depressiven Erkrankung sind gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und eine Verminderung des Antriebs. Begleitend tritt aber noch eine Vielzahl anderer Beeinträchtigungen auf. Die Diagnose einer Depression wird gestellt, wenn über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen mindestens jeweils zwei typische und zwei der übrigen Symptome vorlagen. Abhängig von der Ausprägung der Symptome und der zeitlichen Entwicklung der Erkrankung werden verschiedene Formen der Depression unterschieden.
Es gibt medikamentöse und psychotherapeutische Methoden zur Behandlung von Depressionen, letztere zielen in erster Linie auf eine aktivere Lebensgestaltung und den Abbau negativer Denkmuster ab. Der Verlauf einer depressiven Erkrankung hängt von der Anzahl der bereits erlebten depressiven Episoden, deren Dauer und Intensität sowie der Dauer der beschwerdefreien Zeit zwischen den depressiven Phasen ab. Um Rückfälle zu vermeiden, sollten eine medikamentöse Erhaltungstherapie beibehalten bzw. in der Psychotherapie Strategien erarbeitet werden, wie schon frühzeitig wiederkehrenden Symptomen entgegengewirkt werden kann.
nach oben- Diskrete Variablen
- Diskrete Variablen weisen im Gegensatz zu kontinuierlichen Variablen nur eine begrenzte Zahl eindeutig voneinander abgrenzbarer Zuständen auf (z.B. Augenfarbe: blau, grau, braun, grün). Eine Sonderform sind dichotome Variablen, die lediglich zwei Alternativen aufweisen, z.B. Raucher/Nichtraucher, lebend oder tot, Test-positiv oder Test-negativ.
nach oben- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Beim Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Es werden hauptsächlich zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und entsteht durch die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes betrifft dagegen meist ältere Menschen. Er beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin. Daneben gibt es noch einige seltenere Diabetes-Sonderformen und den Schwangerschaftsdiabetes. Typische Symptome der Erkrankung sind starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger, Juckreiz, Abgeschlagenheit und Infektanfälligkeit. Durch extrem hohe oder extrem niedrige Blutzuckerspiegel kann es zu lebensbedrohlichen Situationen mit Bewusstlosigkeit kommen. Vor allem beim unbehandelten Typ-1-Diabetes sind die Beschwerden stark ausgeprägt; der Typ 2-Diabetes kann dagegen lange Zeit symptomlos bleiben und erst durch Spätschäden auf sich aufmerksam machen. Der Typ-1-Diabetes wird immer mit Insulininjektionen behandelt. Beim Typ-2-Diabetes kann zu Beginn der Erkrankung durch eine Umstellung des Lebensstils mit mehr körperlicher Bewegung, Reduktion von Übergewicht und Ernährungsumstellung noch geholfen werden. In späteren Stadien ist die Einnahme von Medikamenten zur Blutzuckerregulierung erforderlich und schließlich auch eine Insulintherapie.
Eine lebenslange, sorgfältige Blutzuckereinstellung ist entscheidend, um Spätschäden zu verhindern, die im Wesentlichen durch Veränderungen der Blutgefäße hervorgerufen werden. Zu solchen Spätschäden gehören der Herzinfarkt, der Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine und Füße, Veränderungen der Netzhaut, die zum Erblinden führen können, Störungen der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen und Erektionsstörungen. Durch Zucker-Schäden an den Nerven können ein Taubheitsgefühl und Gefühlsstörungen auftreten.
Diabetes ist zwar nicht heilbar in dem Sinne, dass die Erkrankung vollkommen verschwindet, mit guter Blutzuckerkontrolle kann jedoch - abgesehen von der Therapie - ein vollkommen beschwerdefreies und normales Leben geführt werden.
nach oben- Dichotome Variable
- Diskrete Variablen weisen im Gegensatz zu kontinuierlichen Variablen nur eine begrenzte Zahl eindeutig voneinander abgrenzbarer Zuständen auf (z.B. Augenfarbe: blau, grau, braun, grün). Eine Sonderform sind dichotome Variablen, die lediglich zwei Alternativen aufweisen, z.B. Raucher/Nichtraucher, lebend oder tot, Test-positiv oder Test-negativ
nach oben- E
- Entscheidungsbaum (decision tree)
- Darstellung von Entscheidungsregeln, welche die logische Abhängigkeit von hierarchisch angeordneten Ereignissen in Form eines Baumdiagramms veranschaulicht. Die Wahlknoten an den Astverzweigungen sind mit einer bestimmten (angenommenen oder bekannten) Wahrscheinlichkeit für den Nutzen der Intervention versehen. Von diesen gehen weitere Äste mit neuen Ergebnissen und entsprechenden Wahrscheinlichkeiten ab. Die Wahrscheinlichkeit des Nutzens einer Maßnahme kann so abgeleitet werden, die Validität der Aussage ist aber natürlich abhängig von der Güte der eingesetzten Informationen. Entscheidungsbäume sind Entscheidungshilfe zur Visualisierung komplexer Abhängigkeitsstrukturen, Identifizierung aller Entscheidungsmöglichkeiten und deren Ergebnisse sowie Lösung von Wahrscheinlichkeitsaufgaben.
nach oben- Effektmaß
- Maßzahl, um die Stärke eines Effekts zu quantifizieren. Gebräuchliche Effektmaße für dichotome Endpunkte sind das relative Risiko (RR) oder die Odds Ratio* (OR), gebräuchliche Effektmaße für kontinuierliche* Endpunkte sind in Einzelstudien die standardisierte mittlere Differenz (SMD) und in Meta-Analysen die gewichtete mittlere Differenz (weighted mean difference, WMD).
nach oben- Effectiveness (Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen)
- Beschreibt die Wirksamkeit einer Maßnahme unter Routinebedingungen. Im Gegensatz zur Efficacy („Wirksamkeit unter Idealbedingungen“) untersuchen Effectiveness-Studien die Frage: Wirkt die Maßnahme unter den Bedingungen der Routineversorgung?
nach oben- Efficacy (Wirksamkeit unter Idealbedingungen)
- Beschreibt die Wirksamkeit einer Maßnahme unter Idealbedingungen. Efficacy-Studien zeichnen sich durch hohe innere Validität aus, die Ergebnisse sind jedoch möglicherweise nur bedingt auf die Routineversorgung übertragbar.
nach oben- Einschlusskriterien
- Bei klinischen und epidemiologischen Studien wird die Studienpopulation über explizite Einschluss- und Ausschlusskriterien definiert. Einschlusskriterien beschreiben positiv formulierte Eigenschaften, die die potentiellen Studienteilnehmer erfüllen müssen. Sie leiten sich einerseits ab aus der klinischen oder epidemiologischen Studienfragestellung, andererseits aus rechtlichen und ethischen Vorgaben. Typische Einschlusskriterien sind das Vorliegen einer bestimmten Erkrankung, gegebenenfalls spezifiziert nach Schweregrad, bisherigem Verlauf und Vorbehandlungen; Zugehörigkeit zu einer definierten Altersgruppe. Bei der Rekrutierung von Studienteilnehmern wird zunächst die Erfüllung der Einschlusskriterien festgestellt, in einem zweiten Schritt wird überprüft, ob Ausschlusskriterien die Studienteilnahme verbieten.
nach oben- Evidenz (evidence)
- Der Begriff „Evidenz“ im Kontext der Evidenzbasierten Medizin leitet sich vom englischen Wort „evidence“ = Nach-, Beweis ab und bezieht sich auf die Informationen aus klinischen Studien, die einen Sachverhalt erhärten oder widerlegen.
nach oben- Evidenz-basierte Medizin (Evidence-Based Medicine, EbM)
- Unter Evidenz-basierter Medizin (EbM) oder evidenzbasierter Praxis im engeren Sinne versteht man eine Vorgehensweise des medizinischen Handelns, individuelle Patienten auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden Daten zu versorgen. Diese Technik umfasst die systematische Suche nach der relevanten Evidenz in der medizinischen Literatur für ein konkretes klinisches Problem, die kritische Beurteilung der Validität der Evidenz nach klinisch-epidemiologischen Gesichtspunkten; die Bewertung der Größe des beobachteten Effekts sowie die Anwendung dieser Evidenz auf den konkreten Patienten mit Hilfe der klinischen Erfahrung und der Vorstellungen der Patienten. Ein verwandter Begriff ist die evidenzbasierte Gesundheitsversorgung („Evidence-Based Health Care“), bei der die Prinzipien der EbM auf alle Gesundheitsberufe und alle Bereiche der Gesundheitsversorgung, einschließlich Entscheidungen zur Steuerung des Gesundheitssystems, angewandt werden.
nach oben- Experimentalgruppe (Interventionsgruppe, Verumgruppe)
- Der Anteil an der Studienpopulation in einer kontrollierten Interventionsstudie, der die zu untersuchende Behandlung/Intervention erhält; die Resultate der Behandlungsgruppe werden mit denen der Kontrollgruppe verglichen, um Aussagen über Größe und Richtung von Interventionserfolgen zu erhalten. S. auch Kontrollgruppe; Interventionsgruppe; Experimental Event Rate; Randomisierung; randomisierte kontrollierte Studie.
nach oben- Experimental event rate (EER; Ereignisrate in der experimentellen Gruppe)
- Anteil der Teilnehmer in der experimentellen Gruppe einer klinischen Studie, die in einem definierten Zeitraum ein Ereignis oder einen Endpunkt erleiden. Die Ereignisrate (Risiko) in der experimentellen Gruppe wird zur Berechnung der absoluten Risikoreduktion und relativen Risikoreduktion benötigt.
nach oben- Externe Validität (Übertragbarkeit, Anwendbarkeit)
- Beschreibt die Übertragbarkeit von Studienergebnissen auf die Patienten in der Routineversorgung, d.h. auf Patienten, die nicht an der Studie teilgenommen haben (s.a. Validität).
nach oben- F
- Fachabteilungen
- Fachabteilungen sind abgegrenzte, von Ärzten mit Gebiets- oder Teilgebietsbezeichnung ständig verantwortlich geleitete Abteilungen mit besonderen Behandlungseinrichtungen. Für jeden Behandlungsfall ist jeweils die Fachabteilung bezeichnet, in welcher die Patientin/der Patient während des Krankenhausaufenthalts am längsten gelegen hat.
Fachabteilungen sind beispielsweise Kardiologie (Herz- und Kreislauferkrankungen), Pädiatrie (Kinderheilkunde) etc..
nach oben- Fall-Kontroll-Studie
- Retrospektive Beobachtungsstudie, bei der eine Gruppe von Personen mit einer Zielerkrankung („Fällen“) und eine Gruppe von Personen ohne die Erkrankung („Kontrollen“) auf das Vorhandensein von Expositionsfaktoren (Risiko- oder protektive Faktoren) verglichen werden.
nach oben- Fallzahl
- Fallzahl bezeichnet die Zahl der im Krankenhaus im Berichtsjahr behandelten Patienten (Fälle). Stundenfälle werden hierbei nicht mitgezählt und müssen sowohl bei den Aufnahmen als auch bei den Entlassungen abgezogen werden.
nach oben- G
- Gewichtete mittlere Differenz (Weighted Mean Difference, WMD)
- Effektmaß für kontinuierliche Endpunkte (s. Effektmaß), die auf derselben Skala gemessen werden (z.B. Größe) zur Beschreibung des Gesamteffekts, wenn Studien in Meta-Analysen gepoolt werden. Dabei erhalten die Einzelstudien ein unterschiedliches Gewicht, um wichtige Studieninformationen, wie z.B. Größe der Studie oder Präzision des Effekts, zu berücksichtigen.
nach oben- H
- Haarausfall
- Der morgendliche Blick in den Spiegel oder das Frisieren des (Rest-)Haars fördert sie unvermeidlich zutage: die "Geheimratsecken", die immer kahler werdende Stelle am Hinterkopf (Tonsur) oder - im fortgeschrittenen Stadium - das lediglich in Hufeisenform übrig gebliebene Haarband. Haarausfall kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor und kann verschiedene Ursachen haben. Zur Beruhigung der Betroffenen sei darauf hingewiesen, dass die Erinnerung an die einstige Haarpracht nur die natürliche Eitelkeit kränkt - Haarausfall ist nur selten ein Zeichen von schlechter Gesundheit.
nach oben- Hauptdiagnose
- Hauptdiagnose ist die zum Zeitpunkt der Entlassung des Patienten bekannte Diagnose, die maßgeblich die vollstationäre Behandlungsdauer beeinflusst bzw. den größten Anteil an medizinischen Leistungen verursacht hat. Sie ist entsprechend der dreistelligen ICD- Klassifikation (9. Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, Verletzungen und Todesursachen) in den Kategorien 001 bis 999 oder der V-Klassifikation (Nichtkranke Zustände) verschlüsselt. Zur V- Klassifikation gehören z.B. Krankenhausaufenthalte von Personen, die wegen Vorsorgemaßnahmen, der Klärung von Verdachtsmomenten oder als Organspender behandelt werden. Die Schlüssel V30 bis V39 bleiben unberücksichtigt, da sie gesunde Lebendgeborene betreffen, die in der Krankenhausstatistik nicht zu melden sind.
nach oben- Hawthorne-Effekt/Hawthorne-Experiment
- Phänomen, dass in Studien allein durch die Tatsache, dass Probanden vermehrte Aufmerksamkeit erfahren, Effekte erzeugt werden können. Erkenntnis stammt von einem kontrollierten sozialwissenschaftlichen Experiment, mit dem 1927 in den Hawthorne-Werken (USA) überprüft werden sollte, inwieweit eine Verbesserung der äußeren Arbeitsbedingungen (Ergonomie, Lichtverhältnisse, Pausenzeiten, Länge des Arbeitstages) die Produktivität von Arbeiterinnen steigern kann. Vor, während und nach der Versuchsreihe fanden intensive Besprechungen mit den Probandinnen statt. Die Leistungen der Arbeiterinnen mit geänderten Arbeitsbedingungen wurden mit den Leistungen einer Kontrollgruppe verglichen. Überraschenderweise stieg die Produktivität in beiden Gruppen an, d.h. auch in der Kontrollgruppe, die nur vermehrte Aufmerksamkeit, aber keine verbesserten Arbeitsbedingungen erfuhr.
nach oben- Heterogenität/Homogenität
- In systematischen Reviews oder Meta-Analysen bezeichnet Homogenität (Heterogenität), inwieweit die in den eingeschlossenen Studien gefundenen Effekte ähnlich (homogen) oder verschieden (heterogen) sind. Mit statistischen Heterogenitätstests kann festgestellt werden, ob die Unterschiede zwischen den Studien größer sind, als zufallsbedingt zu erwarten wäre. Als Ursachen für Heterogenität kommen Unterschiede in den Patientencharakteristika, Intervention oder Endpunkte zwischen den Studien in Frage, was aus klinischer Sicht beurteilt werden muss. Die Durchführung einer Meta-Analyse aus heterogenen Studien ist problematisch.
nach oben- HIV/AIDS
- Als HIV-positiv wird jede Person bezeichnet, bei der das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) direkt oder indirekt im Blut nachgewiesen wurde. Sechs Tage bis sechs Wochen nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kann es zur akuten HIV-Erkrankung kommen: Die Symptome sind unspezifisch und denen eines grippalen Infekts ähnlich. Es folgt ein krankheitsfreies Intervall von mehreren Jahren bis Jahrzehnten.
In dieser Situation ruht die HIV-Infektion jedoch nicht, wie man früher annahm. Vielmehr handelt es sich um ein dynamisches Geschehen, bei dem jeden Tag Milliarden neuer Viren entstehen bzw. abgetötet werden. Im späteren Verlauf kommt es zunehmend zu typischen Beschwerden. Das Vollbild einer AIDS-Erkrankung ist von Gewichtsabnahme, schweren Infektionserkrankungen und bestimmten Krebsarten gekennzeichnet. Durch gezielt gegen die Vermehrung des HI-Virus wirkende – so genannte antiretrovirale – Medikamente können der Ausbruch bzw. das Fortschreiten der HIV-Infektion heutzutage sehr lange hinausgezögert werden.
Eine HIV-Infektion wird mittels Antikörpern diagnostiziert, die gegen HIV gerichtet sind. Sind solche Antikörper vorhanden im Körper vorhanden, muss HIV in den Körper eingedrungen sein, der Test wird dann als positiv bezeichnet. Um hundertprozentige Sicherheit zu gewinnen, sollten drei Monate nach einer möglichen Ansteckung bis zum HIV-Test vergehen. Diese Zeit braucht der Körper, um Antikörper zu bilden. Heutzutage ist auch ein schneller, aber kostenintensiver Direktnachweis des Virus möglich.
nach oben- Homogenität
- In systematischen Reviews oder Meta-Analysen bezeichnet Homogenität (Heterogenität), inwieweit die in den eingeschlossenen Studien gefundenen Effekte ähnlich (homogen) oder verschieden (heterogen) sind. Mit statistischen Heterogenitätstests kann festgestellt werden, ob die Unterschiede zwischen den Studien größer sind, als zufallsbedingt zu erwarten wäre. Als Ursachen für Heterogenität kommen Unterschiede in den Patientencharakteristika, Intervention oder Endpunkte zwischen den Studien in Frage, was aus klinischer Sicht beurteilt werden muss. Die Durchführung einer Meta-Analyse aus heterogenen Studien ist problematisch.
nach oben- Hypothese
- Aussage, Behauptung, oder Theorie, deren Zutreffen oder Nicht-Zutreffen mit Hilfe einer Studie oder eines Experimentes geprüft werden soll.
nach oben- Hypothesengenerierung
- Prozess des Ableitens von Hypothesen*, die in einer Studie oder mithilfe eines Experimentes überprüft werden können. Überprüfbare Hypothesen werden aus theoretischen Ableitungen, zufälligen oder systematischen Beobachtungen oder Pilotstudien gewonnen.
nach oben- I
- Innere Validität
- Innere Validität bezeichnet das Ausmaß, mit dem die Ergebnisse einer Studie die „wahren“ Effekt einer Intervention/Exposition wiedergegeben werden, d.h. frei von systematischen Fehlern (Bias) sind. Die innere Validität beruht auf der Integrität des Studiendesigns und ist Voraussetzung für die Anwendbarkeit der Studienergebnisse in der Routineversorgung (s. auch externe Validität).
nach oben- Intention-to-treat-Analyse
- Analyse-Technik, bei der die Patienten nach ihrer ursprünglichen Gruppenzuteilung analysiert werden, unabhängig davon, ob sie die zugeordnete (intendierte) Therapieform vollständig, partiell oder gar nicht erhalten haben, oder ob sie in die alternative Behandlungsgruppe übergewechselt sind.
nach oben- Intervention
- In klinischen Studien Bezeichnung für die Maßnahme, deren Wirksamkeit untersucht werden soll. Interventionsstudie; Kontrollgruppe; Risikoreduktion.
nach oben- Interventionsgruppe
- Der Anteil an der Studienpopulation in einer kontrollierten Interventionsstudie, der die zu untersuchende Behandlung/Intervention erhält; die Resultate der Behandlungsgruppe werden mit denen der Kontrollgruppe verglichen, um Aussagen über Größe und Richtung von Interventionserfolgen zu erhalten. S. auch Kontrollgruppe; Interventionsgruppe; Experimental Event Rate; Randomisierung; randomisierte kontrollierte Studie.
nach oben- Inzidenz
- Die Inzidenz beschreibt die in einem bestimmten Zeitraum neu aufgetretene Anzahl an Krankheitsfällen in einer definierten Population. S. auch Prävalenz.
nach oben- K
- Klinische Studie
- Unscharf definierter Begriff für eine Studie, in der eine Intervention an einer Gruppe von Patienten untersucht wird. Oberbegriff für unterschiedliche Studientypen, z.B. nicht kontrollierte, kontrollierte und randomisierte klinische Studien.
nach oben- Kohorte
- Gruppe von Personen mit gemeinsamen Charakteristika (z.B. Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand), die in klinischen und epidemiologischen Studien beobachtet werden (s. Kohortenstudie); Einteilung: 1. geschlossene Kohorte: Alle Probanden werden zum gleichen Zeitpunkt in die Beobachtung eingeschlossen und verbleiben dort bis zum Eintritt des Zielereignisses oder bis zum Ende der Studie. 2. offene Kohorte: Personen werden nach und nach in die Beobachtung aufgenommen und/oder scheiden nach einer definierten Beobachtungsdauer wieder aus der Studie aus. 3. Sonderform Geburtskohorte: enthält alle Personen einer umschriebenen Region, die im gleichen, meist eng definierten Zeitraum geboren wurden.
nach oben- Kohortenstudie
- Vergleichende Beobachtungsstudie, in der Personen (Kohorte) mit bzw. ohne eine Intervention/Exposition (zu der sie nicht von dem Studienarzt zugeteilt wurden) über einen definierten Zeitraum beobachtet werden, um Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festzustellen. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden.
nach oben- Konfidenzintervall (Vertrauensbereich, confidence interval – CI)
- Bereich, in dem der „wahre“ Wert einer Messung (Effektgröße) mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann (üblicherweise 95% ? 95%-Konfidenzintervall). Die Effektgröße kann dabei z.B. ein Therapieeffekt, ein Risiko oder die Sensitivität eines diagnostischen Tests sein. Das Konfidenzintervall beschreibt die Unsicherheit über die Zuverlässigkeit der Aussage zur Effektgröße. Die Breite des Konfidenzintervalls hängt u.a. von der Zahl der in die Studie eingeschlossenen Patienten ab und wird mit zunehmender Patientenzahl enger, d.h. die Effektgröße kann präziser geschätzt werden.
nach oben- Kontinuierliche/stetige Variablen
- Im Gegensatz zu diskreten Variablen können kontinuierliche Variablen theoretisch eine unendlich große Zahl von Werten entlang eines Kontinuums annehmen. Körpergröße, Gewicht und viele Laborwerte sind kontinuierliche Variablen.
nach oben- Kontrollgruppe
- Anteil an der Studienpopulation in einer kontrollierten Interventionsstudie, der die zu untersuchende Behandlung/Intervention nicht erhält, aber ggfs. mit einer Plazebointervention oder einer Standardbehandlung versorgt wird; die Resultate der Kontrollgruppe werden mit denen der Behandlungsgruppe verglichen, um Aussagen über Größe und Richtung von Interventionserfolgen zu erhalten.
Behandlungsgruppe; Control Event Rate; Randomisierung; Hawthorne-Experiment
nach oben- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels aufgrund verengter Herzkranzgefäße. Wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, nimmt er Schaden und es entstehen Schmerzen in der Brust (Angina pectoris). Vor allem bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens durch körperliche oder seelische Belastungen kommt es zu den Beschwerden. In manchen KHK-Fällen können die Schmerzen auch nur gering sein oder ganz ausbleiben. Die typischen Angina pectoris-Schmerzen sind nur von kurzer Dauer. Sie enden innerhalb weniger Minuten in Ruhe oder durch Einnahme eines Nitro-Präparats. Bessern sich die Schmerzen nicht, deutet dies auf einen Herzinfarkt hin.
Die Ursache einer KHK ist in der Regel eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße. Zu den Risikofaktoren, welche die Krankheit begünstigen, gehören erhöhte Blutfette, Stress, Rauchen, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus, Übergewicht und Bluthochdruck.
Die Koronare Herzkrankheit kann anhand der typischen Beschwerden erkannt werden; die endgültige Diagnose wird durch eine Herzkatheter-Untersuchung gestellt. Basis der Behandlung ist es, die Risikofaktoren auszuschalten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Verfahren, um die Herzkranzgefäße zu dehnen, und Medikamente, um die Beschwerden zu lindern. Mit einer Bypassoperation am Herzen können verengte Gefäße durch ein Gefäßtransplantat überbrückt werden. Zu den möglichen Folgen einer Koronaren Herzerkrankung gehören der Herzinfarkt, die Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und der plötzliche Herztod.
nach oben- Krankenhäuser
- Krankenhäuser sind Einrichtungen, die gemäß § 107 Abs. 1 Sozialgesetzbuch V. Buch (SGB V) der Krankenhausbehandlung oder Geburtshilfe dienen und fachlich und medizinisch unter ständiger ärztlicher Leitung stehen, über ausreichende, ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeiten, mit Hilfe von jederzeit verfügbarem ärztlichem-, Pflege-, Funktions- und medizinisch-technischem Personal darauf eingerichtet sind, vorwiegend durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten der Patienten zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten, Krankheitsbeschwerden zu lindern oder Geburtshilfe zu leisten und in denen die Patienten untergebracht und verpflegt werden können
nach oben- L
- Wahrscheinlichkeitsverhältnis (Likelihood Ratio)
- Das Verhältnis der Wahrscheinlichkeit, dass ein positives (oder negatives) Testergebnis bei einer Person mit der Erkrankung auftritt zur Wahrscheinlichkeit, dass dieses positive (oder negative) Testergebnis bei einer Person ohne diese Erkrankung auftritt. Die LR ermöglicht eine Aussage darüber, wie stark sich durch das Testergebnis die Wahrscheinlichkeit für oder gegen das Vorliegen einer Erkrankung ändert (Nachtestwahrscheinlichkeit).
nach oben- M
- Matched-Pairs-Technik
- Verfahren zur Herstellung von möglichst strukturgleichen Untersuchungsgruppen in kontrollierten klinischen und epidemiologischen Studien. „Strukturgleich“ bezieht sich auf alle Faktoren, die einen wesentlichen Einfluss auf die Zielgröße der Studie haben können. Für jedes Individuum der Untersuchungsgruppe wird ein in möglichst vielen Einflussfaktoren (Matchingkriterien) entsprechendes Individuum in die Kontrollgruppe aufgenommen. Häufig verwendete Matchingkriterien sind Alter, Geschlecht, Ethnizität, Schweregrad der Erkrankung, Komorbidität und Risikofaktoren.
nach oben- Matching („Anpassung“)
- Bestreben, zwei Untersuchungsgruppen möglichst vergleichbar zu machen. Dabei sollten alle Merkmale beachtet werden, die einen wesentlichen Einfluss auf die Zielgröße der Studie haben. Beim Matching nach Häufigkeiten werden die Merkmalsträger in den zu vergleichenden Gruppen ausgezählt (Frequency Matching). z.B. sollen in einer Studie zur koronaren Herzkrankheit in beiden Gruppen gleich hohe Anteile von Frauen, Rauchern, Diabetikern oder Hypertonikern vertreten sein um eine systematische Verzerrung der Ergebnisse zu verhindern.Beim individuellen Matching sollen für jedes Individuum der Untersuchungsgruppe ein oder mehrere, den Matchingkriterien entsprechende, Individuen in die Kontrollgruppe aufgenommen werden. S.auch „Matched-Pairs-Technik“.
nach oben- Meta-Analyse
- Statistisches Verfahren, um die Ergebnisse mehrerer Studien, die die gleiche Frage bearbeiten, quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen und dadurch die Aussagekraft (Genauigkeit der Effektschätzer) gegenüber Einzelstudien zu erhöhen. Meta-Analysen werden mit zunehmender Häufigkeit in systematischen Reviews eingesetzt. Allerdings beruht nicht jede Meta-Analyse auf einem systematischen Review.
nach oben- Multiple Sklerose (MS)
- Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters in Europa und Nordamerika. Sie kann zu vielfältigen Symptomen wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen der Haut, Nervenschmerzen oder Muskellähmungen führen, die oft schubweise auftreten. Auslöser der Multiplen Sklerose sind Entzündungen an den Markscheiden der Nervenfasern des zentralen Nervensystems, deren Ursache noch nicht genau bekannt ist. Für die Diagnose der Multiplen Sklerose werden neben der neurologischen Untersuchung auch das Hirnwasser (Liquor) und die Ableitung von Hirnpotenzialen auf einen Reiz untersucht, sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Die Heilung der MS ist zurzeit noch nicht möglich. Allerdings kann eine Langzeittherapie das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Intensität der Krankheitsschübe vermindern. Wichtig sind auch eine Behandlung der Symptome und die Einbindung der medikamentösen MS-Therapie in ein ganzheitliches Konzept, um dem Betroffenen eine möglichst hohe Lebensqualität zu sichern. Der Verlauf der Multiplen Sklerose ist sehr unterschiedlich und kann im Einzelfall nicht vorhergesagt werden. Die Prognose ist für die meisten Erkrankten viel günstiger als allgemein angenommen. Bei den meisten Betroffenen verläuft die Erkrankung in Schüben und führt erst nach einer langen Zeit zu einer zunehmenden Behinderung. In sehr seltenen Fällen verläuft die Erkrankung zeitlebens "gutartig", d.h. mit wenigen Schüben und nur sehr geringer Behinderung.
nach oben- N
- Nachtest-Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung (post-test probability)
- Beschreibt die Wahrscheinlichkeit über das Vorliegen einer Erkrankung unter Berücksichtigung der Ergebnisse eines diagnostischen Tests. Bei Tests mit hoher Testgenauigkeit ändern sich die geschätzten Nachttest-Wahrscheinlichkeiten beträchtlich gegenüber den Vortest-Schätzungen.
nach oben- Negativer prädikativer Wert
- Anteil der Personen mit negativem Testergebnis, bei denen die gesuchte Krankheit tatsächlich nicht vorliegt. Dieser Wert hängt von der Prävalenz der Erkrankung in der untersuchten Gruppe ab.
nach oben- Nichtärztliches Personal
- Nichtärztliches Personal wird in seiner Zuordnung der einzelnen Berufsbezeichnungen zu den Funktionsbereichen weitgehend durch die Gliederung der Krankenhausbuchführungsverordnung (KHBV) definiert. Zum nichtärztlichen Personal zählen Pflegedienst, medizinisch-technischer Dienst, Funktionsdienst, klinisches Hauspersonal, Wirtschafts- und Versorgungsdienst, Verwaltungsdienst, Sonderdienst und sonstiges nichtärztliches Personal.
nach oben- Nullhypothese
- Bei der Durchführung statistischer Signifikanztests wird die Hypothese aufgestellt, dass zwischen den verschiedenen Gruppen einer Studie kein Unterschied besteht. Aus statistischer Sicht ist z.B. eine Behandlung wirksam, wenn man durch den statistischen Test die Nullhypothese, dass es zwischen den Ergebnissen der experimentellen und der Kontrollgruppe keinen Unterschied gibt, verwerfen kann (s. auch statistische Signifikanz).
nach oben- Number Needed to Treat (NNT)
- Klinisch intuitives Effektmaß für dichotome Endpunkte, um die Auswirkung einer Behandlung zu beschreiben. Gibt die Anzahl an Patienten wieder, die behandelt werden müssen, um 1 zusätzliches ungünstiges Ereignis zu verhindern. Die NNT wird als 1/ARR (s. a. absolute Risikoreduktion) berechnet.
nach oben- Number Needed to Harm (NNH)
- Klinisch intuitives Effektmaß für dichotome Endpunkte, um die ungünstigen Auswirkung einer Behandlung zu beschreiben. Gibt die Anzahl an Patienten wieder, bei deren Behandlung mit einem zusätzlichen Fall unerwünschter Ereignisse/einer Komplikation gerechnet werden muss. Die NNT wird als 1/ARI (s. a. absolute Risikozunahme) berechnet.
nach oben- O
- Odds (Chance)
- Beschreibt in einer Gruppe das Verhältnis zwischen der Anzahl von Teilnehmern mit einem Endpunkt und der Anzahl von Teilnehmern ohne diesen Endpunkt. Wenn also 30 von 100 Teilnehmern den Endpunkt entwickeln (und 70 nicht), beträgt die Odds oder 0.42 (siehe auch Risiko).
nach oben- Odds Ratio (OR, Chancenverhältnis)
- Effektmaß für dichotome Daten. Bezeichnet das Verhältnis (Ratio) der Odds, dass ein Ereignis oder Endpunkt in der experimentellen Gruppe eintritt, zu der Odds, dass das Ereignis in der Kontrollgruppe eintritt. Eine OR von 1 bedeutet, dass zwischen den Vergleichsgruppen kein Unterschied besteht. Bei ungünstigen Endpunkten zeigt eine OR < 1, dass die experimentelle Intervention wirksam ist, um die Odds für das Auftreten dieser ungünstigen Endpunkte zu senken (s. auch relatives Risiko).
nach oben- Operation
- Operation im Zusammenhang mit der Hauptdiagnose ist ein selbständiger ärztlicher und/oder diagnostischer Eingriff, der im Operationssaal oder unter Operationsbedingungen vorgenommen wurde und der im Zusammenhang mit der Hauptdiagnose (Entlassungsdiagnose) des Patienten stand.
nach oben- Osteoporose (Knochenschwund)
- Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung. Man versteht unter Osteoporose eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion, die zu einer schmerzhaften mechanischen Instabilität des Skeletts mit der Gefahr von Knochenbrüchen führt. Die wichtigsten Formen der Osteoporose sind die postklimakterische und die Altersosteoporose. Ganz allgemein liegt der Osteoporose ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und abbau zugrunde. Vorwiegende Beschwerden der Erkrankung sind vor allem starke Knochenschmerzen. Als Komplikation treten Knochenbrüche auf, die zu dauerhaften Veränderungen des Skeletts, z.B. zu einer Abnahme der Körpergröße, führen können. Die Diagnose der Osteoporose im Frühstadium ist bisher nur eingeschränkt möglich. Die fortgeschrittene Erkrankung dagegen ist auf Röntgenbildern meist gut zu erkennen. Die Behandlung der Osteoporose beruht auf einer medikamentösen Beeinflussung des Knochenstoffwechsels. Unbehandelt schreitet eine Osteoporose ständig voran und kann zu Invalidität und Pflegebedürftigkeit führen. Von besonderer Bedeutung sind vorbeugende Maßnahmen, zu denen eine kalziumreiche Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung gehören. Im Gegensatz zu früher wird die Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren nicht mehr generell empfohlen, sondern nur unter Abwägung des Nutzens und aller Risiken.
nach oben- Outcomes (Ergebnis, Endzustand)
- Übergeordneter Begriff für die Auswirkungen von therapeutischen oder präventiven Maßnahmen und anderen Expositionen.
nach oben- P
- P-Wert
- p-Werte (p von probability) beschreiben die Wahrscheinlichkeit, dass der beobachtete (oder ein noch extremerer) Effekt einer Studie aufgetreten sein könnte, wenn die Nullhypothese richtig und der Effekt auf das Spiel des Zufalls zurückzuführen ist. Je kleiner der Wert, desto deutlicher spricht das beobachtete Ergebnis gegen die Nullhypothese. Es ist eine Konvention, dass ein p-Wert gleich oder kleiner 0.05 als statistisch signifikant angesehen wird. Wenn die Signifikanz von Effekten interpretiert wird, sollten p-Werte immer im Zusammenhang mit Konfidenzintervallen verwendet werden.
nach oben- Parallelgruppen-Studie
- Klassisches Design von kontrollierten Interventionsstudien, bei denen die Studienarme zeitlich parallel laufen (s. auch Cross-over-Studie).
nach oben- Parkinsons
- Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der in erster Linie willkürliche und unwillkürliche Bewegungsabläufe gestört sind. Sie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft überwiegend ältere Menschen, meist zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr. Charakteristisch für Parkinson ist ein fortschreitender Verlust an dopaminhaltigen Nervenzellen, vor allem in der Substantia nigra (schwarze Substanz), aber auch in anderen Kernkomplexen des Hirnstamms. Fehlt das Dopamin oder tritt ein Dopaminmangel auf, kommt es zu der Parkinson-typischen Verlangsamung aller Bewegungen (sog. Hypokinese) bzw. zu einer Bewegungsarmut bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese). Dabei entsteht ein Ungleichgewicht zu Gunsten anderer Botenstoffe wie Acetylcholin und Glutamat. Auf dieses „cholinerge“ Übergewicht führt man das Zittern (Tremor) und die Muskelsteifheit (Rigor) der Parkinson-Patienten zurück.Die Diagnose Parkinson ergibt sich aus den Symptomen, der Krankengeschichte und den Untersuchungsbefunden. Anfänglich sprechen die Betroffenen gut auf L-Dopa an, eine Vorstufe von Dopamin. Das ist ein starker Hinweis darauf, dass es sich um die Parkinsonsche Krankheit handelt.Die Parkinson-Krankheit kann über Jahre hinweg erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Die vorrangig medikamentöse Therapie wird individuell ergänzt durch Logopädie, Physio- und/oder Ergotherapie sowie gegebenenfalls chirurgische Maßnahmen. Die Arzneimitteltherapie ist durch die Fortschritte der vergangenen Jahre zunehmend komplexer geworden. Heilen lässt sich Parkinson derzeit aber noch nicht
nach oben- Per-Protocol Analyse
- Auswertungsmethode für (randomisierte kontrollierte) Interventionsstudien. Die Ergebnisse der Studienteilnehmer werden nur dann in der Auswertung berücksichtigt, wenn die Behandlungen (Verum- oder Kontrollbehandlung) protokollgemäß durchgeführt wurden. Die Per-Protocol Analyse erlaubt die Abschätzung des Wirkungspotentials einer Behandlungsform unter optimalen Bedingungen. Nachteil der Per-Protocol Analyse ist, dass das Randomisierungschema durchbrochen wird. Damit ist die Strukturgleichheit der zu vergleichenden Gruppen nicht mehr gegeben und es besteht die Möglichkeit systematisch verzerrter Ergebnisse. Per-Protocol Analysen werden vor allem in Interventionsstudien der Phasen I und II eingesetzt, um das therapeutische Potential und optimale Dosierungen für eine Behandlungsform zu finden. Das Gegenteil einer Per-Protocol Analyse ist die Intention-to-Treat Analyse.
nach oben- Pflegedienst
- Pflegedienst ist das Pflege- und Pflegehilfspersonal im stationären Bereich (Dienst am Krankenbett). Dazu gehören auch Pflegekräfte in Intensivpflege und -behandlungseinrichtungen sowie Dialysestationen und dort tätige Schüler.
nach oben- Pflegetage
- Pflegetage entsprechen der Summe der an einzelnen Tagen des Berichtsjahres um 24.00 Uhr vollstationär untergebrachten Patienten (Summe der Mitternachtsbestände). Stundenfälle verursachen somit keine Pflegetage. Die Zahl der Pflegetage errechnet sich aus der Summe der vollstationären Berechnungstage und Belegungstage minus der Zahl der Stundenfälle innerhalb eines Tages. Tage der Intensivbehandlung/-überwachung sind Pflegetage für Patienten, die in Intensivbetten behandelt werden. Pflegetage einer eigenständigen Abteilung "Intensivmedizin" werden entsprechend der Zuordnung der Patienten und der Betten den einzelnen Abteilungen zugerechnet.
nach oben- Plazebo
- In einer pragmatischen Definition ein meist zu Studienzwecken eingesetztes „Schein-Medikament“ ohne pharmakologisch aktive Substanz. Das Placebo darf hinsichtlich seiner äußeren Eigenschaften nicht von der aktiven Behandlung (dem Verumpräparat) unterscheidbar sein, wenn es seinen Zweck erfüllen soll.
nach oben- Positiver prädiktiver Wert
- Anteil der Personen mit positivem Testergebnis, bei denen die gesuchte Krankheit auch tatsächlich vorliegt. Dieser Wert hängt von der Prävalenz der Erkrankung in der untersuchten Gruppe ab.
nach oben- Power (statistische Trennschärfe)
- Die Fähigkeit einer Studie, einen tatsächlich vorhandenen Unterschied statistisch signifikant (s. statistische Signifikanz*) nachzuweisen und die Nullhypothese zu verwerfen, wenn sie tatsächlich falsch ist. Der Nachweis bezieht sich auf a priori festgelegte Unterschiede in den Endpunkten („Outcomes“) von Therapie- und Kontrollgruppe. Da die Power u.a. entscheidend vom Stichprobenumfang abhängt, kann der allgemein übliche Wert von 80% nur durch eine ausreichend große Stichproben sichergestellt werden.
nach oben- Prädiktion
- Vorhersage, dass mit einer beschreibbaren Wahrscheinlichkeit ein Zustand oder ein Ereignis eintreten wird.
nach oben- Prädiktoren/Risikofaktoren (Unterschied zu Risikomarker s.u.)
- Zustände, Merkmale oder Ereignisse, deren Vorhandensein oder Ausprägung die Vorhersage erlauben, dass ein bestimmter Zustand oder ein bestimmtes Zielereignis eintreten wird. Beispiele für Prädiktoren im Bereich Medizin sind genetische Merkmale, die zum Auftreten bestimmter Erkrankungen prädisponieren oder Risikofaktoren wie Diabetes für das Auftreten eines Herzinfarkts. Der Begriff Risikomarker wird oft verwendet, um eine Assoziation ohne gesicherte Kausalität auszudrücken, während der Begriff Risikofaktor häufig eine Kausalität impliziert. Die Nomenklatur ist hier jedoch nicht einheitlich. Wie gut sich Outcomes aus Prädiktoren voraussagen lassen, wird in der Epidemiologie mithilfe von Regressionsanalysen ermittelt.
nach oben- Prävalenz
- Die Prävalenz beschreibt den Anteil Erkrankter an der Gesamtzahl einer definierten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt. S. auch Inzidenz.
nach oben- Primärliteratur
- Publikationen, in denen Wissenschaftler ihre eigenen bzw. die Ergebnisse ihrer Forschungsgruppe (Primärforschung) veröffentlichen. S. Sekundärliteratur.
nach oben- Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
- Das Karzinom der Prostata (Vorsteherdrüse) ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Da es erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zu Beschwerden kommt, kann Prostatakrebs nur durch Früherkennungs-Untersuchungen rechtzeitig entdeckt und erfolgreich behandelt werden. Wenn sich bei einer Tastuntersuchung der Verdacht auf ein Prostatakarzinom ergeben hat, wird mittels einer Feinnadelbiopsie eine Gewebeprobe entnommen, um den möglichen Befund zu bestätigen. Um Prostatakrebs zu behandeln, gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten, die sich nach der Art und dem Stadium des Tumors, sowie nach den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen richten: Im frühen Stadium stehen die so genannte Seed-Implantation oder die operative Entfernung des Tumors und Bestrahlung zur Verfügung. Bei einem Drittel aller Fälle hat zum Zeitpunkt der Diagnosestellung der Tumor bereits in andere Organe gestreut (Metastasierung). Zu diesem Zeitpunkt ist der Prostatakrebs zwar nicht mehr heilbar, aber dennoch behandelbar. Durch Strahlen-, Chemo- oder Hormontherapie kann die weitere Ausbreitung des Krebses verzögert werden. Solange noch keine Metastasen vorliegen und der Tumor auf die Prostata beschränkt ist, bestehen gute Heilungschancen
nach oben- Publikationsbias (publication bias)
- Systematischer Fehler (Bias) aufgrund einer selektiven Publikationspraxis, bei der Studien mit positiven und signifikanten Ergebnissen eine größere Chance haben, publiziert zu werden als Studien mit negativen und nicht-signifikanten Resultaten. Ein systematischer Review oder eine Meta-Analyse, die sich ausschließlich auf publizierte Studien stützt, läuft Gefahr, den Effekt der untersuchten Intervention zu überschätzen.
nach oben- Q
- Qualitätsberichte
- Alle deutschen Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet worden, regelmäßig standardisierte Qualitätsberichte im Internet zu veröffentlichen (§137 SGB V). Der Gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, hat die Vorgaben für Inhalt und Umfang der Qualitätsberichte verabschiedet und sichergestellt, dass alle Krankenhäuser beim Verfassen der Berichte einheitlich verfahren. Seit dem 31. August 2005 sind diese Berichte allen Versicherten im Internet unter zugänglich. Mit diesem Angebot ist ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz in der Krankenhausversorgung vollzogen worden. Er ist eng verbunden mit der Anwendung und Weiterentwicklung von Qualitätssicherungsverfahren, die in allen Bereichen des medizinischen Versorgungsalltags immer wichtiger werden.
nach oben- Qualitätssicherung im Rahmen der Gesundheitsreform
- Unter dem Begriff Qualitätssicherung versteht man im Zusammenhang mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) konkrete Maßnahmen, die eine gute Qualität der medizinischen Versorgung gewährleisten sollen. Dabei geht es vor allem darum, Ärzte, Krankenhäuser und andere Leistungserbringer zur Transparenz zu verpflichten, um Vergleichbarkeit herzustellen und damit die Voraussetzung für einen Wettbewerb um Qualität zu schaffen. Auch die Setzung von Mindestanforderungen ist ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung. Und wie in anderen Bereichen auch gehören die Einsetzung von Prüfungsinstanzen und die Schaffung von Prüfungsroutinen unverzichtbar dazu. So werden in Krankenhäusern für bestimmte Leistungen, beispielsweise die Hüft- und Kniegelenksoperationen, alle qualitätsrelevanten Daten der Patienten anonymisiert erfasst und geprüft, ob das Krankenhaus auch im Vergleich mit anderen gute Ergebnisse erzielt. Wenn sich herausstellt, dass Einrichtungen auffällig sind, werden diese näher geprüft und gegebenenfalls zu Änderungen in ihrem Verhalten veranlasst. Bei Operationen ist es auch sinnvoll, Mindestanforderungen an die Vorerfahrungen des Arztes zu stellen, denn es liegen wissenschaftliche Erkenntnisse vor, dass die Erfahrungen des Operateurs beziehungsweise die Häufigkeit, mit der dieser eine bestimmte Operation durchgeführt hat, das Behandlungsergebnis beeinflussen. Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, alle zwei Jahre einen Qualitätsbericht zu veröffentlichen, der Patienten und andere Interessierte über den Stand der Qualitätsbemühungen und die Ergebnisse der Qualitätssicherungsmaßnahmen unterrichtet. Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als übergeordnetes Gremium hat die Aufgabe, die Anforderungen an die Qualitätssicherung, das heißt die konkreten Anforderungen für den einzelnen Arzt oder das einzelne Krankenhaus, festzulegen. Niedergelassene Ärzte sind verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement einzuführen und sich regelmäßig fortzubilden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stärkt mit der Bewertung von Leitlinien ein weiteres wichtiges Instrument der Qualitätssicherung. Durch die Gesundheitsreform 2007 wird die Qualitätssicherung weiterentwickelt. So wird der gesetzliche Anspruch gestärkt, die Anforderungen an die Qualitätssicherung in den verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems soweit wie möglich einheitlich festzulegen. Dazu hat künftig der G-BA sektorenübergreifende Richtlinien für die vertragsärztliche Versorgung und die Krankenhausversorgung zu erlassen. Sektorenbezogene Regelungen sind nur noch dann zulässig, wenn die Qualität der Versorgung nur auf diese Weise angemessen gesichert werden kann. Der G-BA soll außerdem im Zusammenhang mit der Gestaltung und Durchführung der Qualitätssicherung durch ein unabhängiges wissenschaftliches Qualitätsinstitut unterstützt werden. Gleichzeitig wird bestimmt, dass die Dokumentation, die die einzelne Ärztin oder der Arzt für die Qualitätsprüfungen leisten muss, mit möglichst geringem Zusatzaufwand erfolgen soll, um Bürokratie abzubauen.
nach oben- R
- Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
- Eine experimentelle Studie, bei der die Patienten nach einem Zufallsverfahren (mit verdeckter Zuordnung) auf die Therapie- bzw. die Kontrollgruppe verteilt (Randomisierung) und auf das Auftreten der festgelegten Endpunkte in den einzelnen Gruppen nachbeobachtet werden.
nach oben- Randomisierung
- Verfahren, das eine zufällige Verteilung der Patienten auf eine Therapie- und eine Kontrollgruppe bewirkt (s.a. randomisierte kontrollierte Studie). Dies kann durch (computergenerierte) Zufallszahlen oder andere Mechanismen erreicht werden. Damit soll sicher gestellt werden, dass alle Teilnehmer die gleiche Chance haben, der einen oder anderen Gruppe zugeordnet zu werden und es wahrscheinlich ist, dass sich (bei ausreichender Studiengröße) bekannte wie unbekannte Risiko- und Prognosefaktoren ausgeglichen auf die beiden Gruppen verteilen. Wenn sich zwischen den beiden Gruppen in den Endpunkten ein Unterschied zeigt, kann dieser tatsächlich der experimentellen Intervention zugeordnet werden.
nach oben- Referenzstandard (Goldstandard)
- Bei der Erfassung der Testgenauigkeit („accuracy“) von diagnostischen Tests gilt als Referenzstandard das Verfahren, das die derzeit beste zur Verfügung stehende Methode beschreibt und an dem neue bzw. alternative Methoden gemessen werden.
nach oben- Reizdarm-Syndrom
- Ein Reizdarm-Syndrom ist durch immer wiederkehrende Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen gekennzeichnet. Vor allem der Transport der Nahrung im Dickdarm (Kolon) ist dabei gestört. Es kann allerdings der gesamte Verdauungstrakt, also auch Dünndarm und Magen, betroffen sein. Sehr viele Menschen leiden an einem Reizdarm. Einige haben ständig Beschwerden, bei den meisten treten sie nur gelegentlich und in besonderen Situationen auf. Die genaue Ursache des Reizdarm-Syndroms ist unbekannt. Eine organische Ursache ist allerdings nicht erkennbar; man spricht deshalb auch von einer funktionellen Erkrankung. Die Behandlung des Reizdarm-Syndroms richtet sich individuell nach den Beschwerden.
nach oben- Relative Risikoreduktion (RRR)
- Die relative Senkung der Rate an ungünstigen Ereignissen in der experimentellen Gruppe (E) einer Studie im Vergleich zur Kontrollgruppe. Sie wird wie folgt berechnet: (s.a. absolute Risikoreduktion). Beispiel: Das Risiko für eine gastro-intestinale Blutung auf einer Intensivstation beträgt ohne Behandlung (Kontrollgruppe) 10% oder 0.10, bei Prophylaxe mit H2 -Blockern (E) 7% oder 0.07: Die RRR beträgt = 0.3 oder 30%.
nach oben- Relatives Risiko (RR)
- Effektmaß für dichotome Variablen. Das relative Risiko in einer Therapiestudie bezeichnet das Verhältnis zwischen des Risikos in der experimentellen Gruppe und dem Risiko in der Kontrollgruppe. Ein relatives Risiko von 1 bedeutet, dass zwischen den Vergleichsgruppen kein Unterschied besteht (s. auch absolute Risikoreduktion, relative Risikoreduktion und Odds Ratio). Bei ungünstigen Ereignissen zeigt ein RR < 1, dass die experimentelle Intervention wirksam ist, um das Auftreten von ungünstigen Ereignissen zu senken.
nach oben- Responder
- 1. Personen, die auf eine spezifische Behandlung (z.B. Medikamente) in der erwünschten Weise reagieren, z.B. Anteil an Patienten mit diabetischer Proteinurie, die auf ACE-Hemmer mit dem erwarteten Rückgang der Proteinurie reagiert (vergl. auch Therapieversager).
2. Personen einer Studienpopulation, die sich aktiv an der Studie, z.B. durch Rücksenden eines ausgefüllten Fragebogens, beteiligen.
nach oben- Responserate
- 1. Anteil von Patienten, die auf eine Behandlung mit dem angestrebten Ergebnis reagieren (z.B. Rückgang der Tumorgröße).
2. Anteil der Studienpopulation, der sich aktiv an der Studie, z.B. einer Umfrage, beteiligt. Schicken beispielsweise die Hälfte der angeschriebenen Personen in einem Survey einen Fragebogen zurück, beträgt die Responserate 50%. Die Responserate sagt nichts über die Gültigkeit der Antworten aus – z.B. ob der Fragebogen korrekt ausgefüllt wurde. Je höher die Responserate in einer Studie ist, desto valider sind die Ergebnisse zu bewerten. Bei niedrigen Responseraten besteht immer die Gefahr von systematisch verzerrten Ergebnissen – da Charakteristika der nicht-antwortenden Studienpopulation möglicherweise in Beziehung zur Untersuchungsgröße der Studie stehen.
nach oben- Rheumatoide Arthritis
- Millionen Menschen in Deutschland leiden an rheumatischen Erkrankungen, im Volksmund kurz als "Rheuma" bezeichnet. Man unterscheidet degenerative und entzündliche rheumatische Erkrankungen. Die häufigste entzündliche Form ist die rheumatoide Arthritis (RA). Das Immunsystem, die körpereigene Abwehr, greift fälschlicherweise die eigenen Gelenke und verschiedene Gewebe an und zerstört sie (Autoimmunität). Frauen sind von Rheuma häufiger betroffen als Männer. Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind noch nicht vollständig geklärt. Es bestehen jedoch Zusammenhänge mit genetischen Faktoren und gegen körpereigene Gewebe gerichteten (autoimmunologischen) Prozessen. Typische Symptome sind nächtliche und morgendliche Schmerzen der Fingergelenke, meist symmetrisch, sowie Morgensteifigkeit dieser Gelenke, die über 15 Minuten anhält. In der Folge kommt es zum Befall weiterer Gelenke, zu Gelenksverformungen und seltener zu Organbeteiligungen (Augen, Speichel- und Tränendrüsen, Haut, Herz, Lunge).
nach oben- Risiko (Rate, Ereignisrate)
- Der Anteil von Personen in einer Gruppe, bei denen ein bestimmter Endpunkt auftritt. Wenn z.B. in einer Gruppe von 100 Personen 30 einen bestimmten Endpunkt entwickeln (und bei 70 Personen das Ereignis nicht auftritt), ist das Risiko (oder die Ereignisrate) oder 0.3 oder 30% (s. auch Odds).
nach oben- Risikomarker
- Merkmal, welches auf ein erhöhtes Risiko für eine Krankheit oder ein negatives Outcome hinweist, ohne selber kausal an der Entstehung beteiligt zu sein bzw. den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Die Beseitigung eines Risikomarkers verringert nicht das Krankheitsrisiko oder das Risiko eines ungünstigen Verlaufs. Ein typisches Beispiel für Risikomarker sind HLA-Antigene wie z.B. HLA-B-27 für die Entwicklung eines Morbus Bechterew.
nach oben- Risikofaktor
- Zustände, Merkmale oder Ereignisse, deren Vorhandensein oder Ausprägung die Vorhersage erlauben, dass ein bestimmter Zustand oder ein bestimmtes Zielereignis eintreten wird. Beispiele für Prädiktoren im Bereich Medizin sind genetische Merkmale, die zum Auftreten bestimmter Erkrankungen prädisponieren oder Risikofaktoren wie Diabetes für das Auftreten eines Herzinfarkts. Der Begriff Risikomarker wird oft verwendet, um eine Assoziation ohne gesicherte Kausalität auszudrücken, während der Begriff Risikofaktor häufig eine Kausalität impliziert. Die Nomenklatur ist hier jedoch nicht einheitlich. Wie gut sich Outcomes aus Prädiktoren voraussagen lassen, wird in der Epidemiologie mithilfe von Regressionsanalysen ermittelt.
nach oben- Risikostratifikation
- Aufteilung („Schichtung“) einer Studienpopulation in mehrere Untergruppen (Strata) in Abhängigkeit vom Risikostatus der Probanden. Die Risikostratifikation wird verwendet, um die Verzerrung von Studienergebnissen durch unterschiedliche Risikoexposition der Studienteilnehmer zu vermeiden. z.B. ist bei vielen Krebserkrankungen ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium ein bekannter Risikofaktor für ungünstige Behandlungsergebnisse (= schlechte Prognose). Daher werden die Auswertungen in Therapiestudien nach Krankheitsstadium stratifiziert, was eine Verzerrung der Gesamtergebnisse durch den Einschluss von Probanden mit unterschiedlichen Prognosen vermeidet und eine präzise Aussage zur Wirksamkeit innerhalb der jeweiligen Risikogruppe sicherstellt.
nach oben- Rückenschmerzen
- Rückenschmerzenerkrankungen der Wirbelsäule, die durch Abnutzungen (Degeneration) verursacht werden und mit Schmerzen verbunden sind, haben sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. Nach einem Infekt sind Rückenschmerzen der zweithäufigste Grund, einen Arzt aufzusuchen. Erste Beschwerden verschwinden zwar häufig spontan und ohne Behandlung, aber bei über 60 Prozent der Patienten treten erneute Beschwerden auf. Von chronischen Rückenschmerzen spricht man, wenn die Symptome länger als zwölf Wochen anhalten. Rückenschmerzen können sowohl organische als auch psychische Ursachen haben. Oft beeinflussen sich diese Komponenten gegenseitig. In der Anfangsphase der Erkrankung treten häufig unspezifische Beschwerden auf. Diese können sich in Morgensteifigkeit, Spannung oder Schwäche äußern. Solche Symptome werden meist bagatellisiert oder durch Aktivität verdrängt. In späteren Stadien treten dann Symptome mit größerer Heftigkeit und längerer Erkrankungsdauer auf. Man unterscheidet den plötzlich auftretenden Rückenschmerz (Lumbago) vom Wurzelreizsyndrom (Lumboischialgie) mit Kreuzschmerzen, die auch in die Beine ziehen. Auch Bandscheibenvorfälle verursachen starke Rückenschmerzen.
nach oben- S
- Schuppenflechte (Psoriasis)
- Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine häufige, gutartige Hauterkrankung. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, rote, teils juckende, erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte Herde. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen.
Oft entstehen nur einzelne Herde an den Streckseiten der großen Gelenke. Die Schuppenflechte kann sich aber auch auf den gesamten Körper ausbreiten. Außer der Haut können Schleimhäute, Gelenke und Nägel zusätzlich erkranken. Die Beschwerden können in ihrer Stärke schwanken.
Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Die Hautzeichen selbst werden ausgelöst von einem fehlgesteuerten Angriff des Immunsystems (Autoimmunreaktion) gegen Zellen der Oberhaut (Keratinozyten), die sich als Reaktion darauf besonders stark vermehren. In der Folge wird die Haut an den betroffenen Stellen besonders dick und schuppig.
Die geeignete Auswahl der Behandlung hängt von der speziellen Situation ab und bedarf oft der Kombination verschiedener Medikamente. Es gibt eine Vielzahl von Präparaten und physikalischen Therapieformen, die zu einer Besserung der Beschwerden und auch zu vorübergehender Beschwerdefreiheit führen können. Eine Heilung ist jedoch derzeit nicht möglich. Unterstützend zu jeglicher Therapie gehört eine regelmäßige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.
nach oben- Score
- Punktwert, der aus der Erfassung einer Anzahl von Einzelinformationen in einem definierten Erfassungssystem nach einem festgelegten Algorithmus gebildet wird. Ein bekanntes Beispiel ist der APGAR-Score zur schnellen und systematischen Erfassung des Vitalzustands eines Neugeborenen nach der Geburt. Für Atmung, Herztätigkeit, Hautfarbe, Muskeltonus und Reflexe werden je 0 bis 2 Punkte vergeben und bilden aufsummiert den APGAR-Score. Ein APGAR-Score von 6 oder weniger zeigt einen behandlungsbedürftigen Zustand des Neugeborenen an.
nach oben- Sekundärliteratur
- Publikationen, in denen über die Werke anderer berichtet wird. Die Literaturübersicht, zu der auch systematische Übersichtsarbeiten und Meta-analysen gehören, ist eine Sonderform der Sekundärliteratur. Literaturübersichten fassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus mehreren Einzelveröffentlichungen (Primärliteratur) zusammen.
nach oben- Sensitivität (richtig positive Rate eines Tests)
- Anteil der test-positiven Personen unter allen Erkrankten einer Stichprobe, d.h. die Wahrscheinlichkeit, mit einem diagnostischen Test die Kranken auch als krank zu identifizieren. Eine hohe Sensitivität wird angestrebt, wenn eine Erkrankung mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden soll. S. auch Spezifität.
nach oben- Sensitivitätsanalyse
- Analyseverfahren, das feststellt, wie stabil sich eine Modellrechnung oder eine Meta-Analyse gegenüber Schwankungen der Eingangsparameter oder Veränderungen in der Berechnungsmethodik verhält. In gesundheitsökonomischen Modellrechnungen werden in einer Sensitivitätsanalyse mögliche Unterschiede in den Eingangsparametern (leichter versus schwerer Krankheitsschweregrade, gute versus schlechte Compliance, grosser versus kleiner Behandlungseffekt) in ihren Auswirkungen auf die Endergebnisse untersucht und beschrieben.
nach oben- Spezifität (richtig-negative Rate eines Tests)
- Anteil der Test-negativen Personen unter allen Nicht-Erkrankten einer Stichprobe, d.h. die Wahrscheinlichkeit, mit einem diagnostischen Test Nicht-Erkrankte korrekt zu identifizieren. Eine hohe Spezifität wird angestrebt, wenn eine Erkrankung mit großer Sicherheit bestätigt werden soll.
nach oben- Standardabweichung
- Maß für die Streuung von Messwerten um den Durchschnittswert.
nach oben- Statistische Signifikanz
- Ein statistisch signifikantes Ergebnis einer Studie ist ein Ergebnis, das gegen die Nullhypothese spricht. Die Aussage basiert auf einem statistischen Test, der zur Prüfung einer vorab festgelegten Hypothese mit vorab festgelegter Irrtumswahrscheinlichkeit durchgeführt wird. Statistische Signifikanz darf nicht mit klinischer Relevanz gleich gesetzt werden (s. auch p-Wert).
nach oben- Stichprobe
- Teilmenge der Gesamtpopulation, über die mit einer Studie eine Aussage gemacht werden soll. In der Stichprobe werden Daten erhoben, anhand derer Schlussfolgerungen für die gesamte Population gezogen werden. (z.B. sollen von einer Studie über 200 Diabetiker mit Nierenbeteiligung Rückschlüsse gezogen werden auf alle Diabetiker mit Nierenbeteiligung.) Um valide Aussagen für die gesamte Population zu erhalten, muss die Stichprobe 1. ausreichend groß sein, um den Stichprobenfehler klein zu halten und 2. repräsentativ für die gesamte Population sein. damit sie Strukturgleichheit mit der Population aufweist, für die die Aussage gemacht werden soll. Idealerweise wird dies durch eine zufällig gezogene Stichprobe erreicht.
nach oben- Stichprobenfehler
- Unsicherheit der Schätzung in einer Stichprobe. Jedes Merkmal einer Stichprobe liegt in der Gesamtpopulation mit einer "wahren Häufigkeit“ oder in einer „wahren Größe“ vor. Da die Stichprobe nur einen Teil der Population umfasst, ist damit zu rechnen, dass die Schätzung von Häufigkeit oder Größe des Merkmals in der Stichprobe von der Häufigkeit oder Größe der Gesamtpopulation abweicht. Diese Abweichung wird als Stichprobenfehler bezeichnet. Der Stichprobenfehler ist umso größer, je kleiner die Stichprobe ist und je seltener das zu messende Merkmal in der Population vorkommt. Das Ausmaß des Stichprobenfehlers lässt sich durch Angabe des Konfidenzintervalls um den Punktschätzer beschreiben.
nach oben- Stratifizierung
- Aufteilung einer Stichprobe oder Untersuchungspopulation in verschiedene Schichten (Strata) in Abhängigkeit von der Ausprägung eines interessierenden Merkmals. Häufig verwendete Stratifizierungsmerkmale sind Alter, Krankheitsschweregrad, Geschlecht oder Ethnizität. Mit stratifizierten Ergebnisauswertungen kann man Ergebnisse für interessierende Subgruppen erhalten oder Confounding kontrollieren.
nach oben- Studiendesign
- Struktur einer problemgeleiteten, systematischen Beobachtung zur Beantwortung einer spezifischen Fragestellung (Studie). Das Studiendesign hängt von der Fragestellung ab und z.B. auch davon, ob es sich um ein qualitatives oder ein quantitatives Problem handelt. Bei qualitativen Forschungsfragen kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz: z.B. qualitative Interviews, Fokusgruppen; Literatur- oder Quellenanalysen. Bei quantitativen Fragestellungen (z.B. Häufigkeiten von Erkrankungen, Zusammenhang von Exposition und Outcome, Wirksamkeit einer Therapie) kommen Methoden der klinischen Epidemiologie oder der empirischen Sozialforschung zum Einsatz: Bei Beobachtungsstudien (z.B. Kohortenstudien; Fall-Kontroll-Studien; Querschnittsstudien oder ökologischen Studien) beschränkt sich die Tätigkeit der Wissenschaftler auf das Erheben und Auswerten von Daten. Bei Interventionsstudien (z.B. randomisierten kontrollierten Studien) wird von den Forschern eine Maßnahme (z.B. Behandlung, Aufklärungskampagne, Versorgungsform) gezielt eingesetzt, um in der Studienpopulation bestimmte Outcomes zu beeinflussen.
nach oben- Surrogatendpunkte (intermediäre Endpunkte)
- Endpunkte, die selbst nicht von unmittelbarer Bedeutung für die Patienten sind, aber stellvertretend für wichtige Endpunkte stehen können (z.B. Blutdrucksenkung als Surrogatparameter für Vermeidung eines Schlaganfalls). Surrogatendpunkte sind oft physiologische oder biochemische Marker, die sich relativ schnell und einfach messen lassen und denen eine Vorhersagefunktion für spätere klinische Ereignisse zugestanden wird. Voraussetzung für zuverlässige Aussagen über die Wirksamkeit einer Behandlung ist ein enger kausaler Zusammenhang zwischen Surrogatparameter und dem eigentlichen Endpunkt. Für die allermeisten Surrogatparameter ist ein kausaler Zusammenhang nicht belegt, was den Nutzen von Surrogatparametern für die Vorhersagekraft von klinisch relevanten Endpunkten in Frage stellt. So haben z.B. in einer Studie mit antiarrhythmisch wirkenden Medikamenten (CAST-Studie) die geprüften Antiarrhythmika gefürchtete Herzrhythmusstörungen (Surrogat) verhindert – mittelfristig traten aber, im Vergleich zu den Kontrollgruppen, vermehrt Todesfälle (klinisch relevanter Endpunkt) auf.
nach oben- Systematischer Review (Synonym: Systematische Übersicht)
- Sekundärforschung, bei der zu einer klar formulierten Frage alle verfügbaren Primärstudien systematisch und nach expliziten Methoden identifiziert, ausgewählt und kritisch bewertet und die Ergebnisse extrahiert und deskriptiv oder mit statistischen Methoden quantitativ (Meta-Analyse) zusammengefasst werden. Nicht jeder systematische Review führt zu einer Meta-Analyse.
nach oben- T
- Typhus
- Typhus ist eine schwere Durchfallerkrankung, die weltweit vor allem in warmen Ländern mit schlechten Hygienebedingungen vorkommt. Tritt Typhus in Deutschland auf, wird die Erkrankung meist von Reisenden eingeschleppt. Es gibt eine orale Schutzimpfung, um der Erkrankung bei Auslandsreisen vorzubeugen. Nach Angaben der Weltgesundheits-organisation WHO erkranken jährlich etwa 16 Millionen Menschen an Typhus, 600.000 davon sterben an der daran. Am häufigsten sind Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren betroffen. In Deutschland wurde die Zahl der Erkrankungen durch eine erhebliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen stark vermindert. Im Jahr 2004 erkrankten nach Angaben des Robert Koch Institutes 82 Menschen an Typhus.
nach oben- Thrombose (Blutgerinnsel)
- Unter einer Thrombose versteht man den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Am häufigsten sind die tiefen Bein- und Beckenvenen betroffen. Entsteht ein Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen (Krampfadern), ist dies gesundheitlich meist harmlos. Im tiefen Venensystem des Beines dagegen ist das Risiko groß, dass sich das Gerinnsel loslöst. Der Pfropfen fließt dann mit dem Blutstrom durch das Herz in die Lungenarterien und verstopft diese (Lungenembolie). Dadurch kommt es zu einer plötzlichen Überlastung des Herzens und es besteht die Gefahr eines Herzstillstands. Thromben können sich allerdings auch in den Herzhöhlen bilden. Risikofaktor für die Bildung eines Blutgerinnsels im Herzen ist das Vorhofflimmern. Sehr selten entstehen Blutgerinnsel in Arterien. Jährlich erkranken etwa 2 von 1000 Frauen und Männern neu an einer Thrombose. Rund ein Drittel der Betroffenen bekommt innerhalb von acht Jahren erneut eine Thrombose - Männer etwa viermal häufiger als Frauen.
nach oben- U
- Übergewicht (Adipositas)
- In den westlichen Industrienationen kann in den letzten Jahrzehnten eine enorme Zunahme der Zahl übergewichtiger Menschen beobachtet werden. Allein in Deutschland weist Studien zufolge nur noch etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung ein gesundheitlich wünschenswertes Körpergewicht auf. Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass auch unter Kindern und Jugendlichen vermehrt Übergewicht auftritt. Übergewicht bzw. Fettsucht (Adipositas) ist eine chronische Krankheit, welche die Lebensqualität erheblich einschränkt und zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Berechnungen zu Folge würde z.B. die mittlere Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung in den USA um vier Jahre steigen, wenn es gelänge, alle Erwachsenen auf ihr Normalgewicht zu bringen. Eine grundsätzlich erfolgreiche Krebstherapie würde im Vergleich hierzu nur eine Erhöhung der mittleren Lebenserwartung um zwei Jahre bewirken. In Ländern mit ausreichender Versorgung an Nahrungsmitteln entwickelt sich Übergewicht somit zu einem Problem mit erheblicher sozialmedizinischer und sozialpolitischer Bedeutung.
nach oben- Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni (Magen- und Zwölffingerdarm-geschwür)
- Ein Geschwür (Ulcus) ist eine Wunde in der Wand des Magens oder Zwölffingerdarms, die über die Schleimhaut hinaus geht und bis in die tiefsten Muskelschichten reichen kann. Ist dagegen nur die oberste Schleimhautschicht betroffen, sprechen Mediziner von einer Erosion. Der Begriff Magengeschwür wird wird allgemein für ein Geschwür im Magen (Ulcus ventriculi) bzw. Zwölffingerdarm (Ulcus duodeni) verwendet. Geschwüre des Zwölffingerdarms sind dreimal häufiger als Magengeschwüre - insgesamt sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Geschwüre können auch mehrfach (multipel) auftreten, sie können außerdem den Magen und Zwölffingerdarm gleichzeitig betreffen. Reicht das Geschwür tief in die Schleimhaut, können größere Blutgefäße beschädigt werden und es kommt zu einer Blutung.
nach oben- Umschläge, verschlossene (sealed envelopes)
- Unzuverlässige Methode der verdeckten randomisierten Zuordnung der Probanden zu Interventions- und Kontrollgruppe in RCTs. Für jeden einzelnen Studienteilnehmer liegt die Gruppenzuordnung in einem verschlossenen, undurchsichtigen Umschlag vor. Erst nach Überprüfung der Einschlusskriterien und Einwilligung des Probanden in die Studienteilnahme wird ein Umschlag geöffnet und die Gruppenzuordnung abgelesen. Die Methode ist sehr manipulationsanfällig, da die Reihenfolge, in der die Umschläge geöffnet werden, nicht zuverlässig kontrolliert werden kann. Die Umschlagsmethode sollte daher nur dann angewandt werden, wenn eine zentrale Randomisierung nicht praktikabel ist, z.B. bei Studien in Notfallsituationen.
nach oben- V
- Validität (innere Validität, Glaubwürdigkeit)
- Innere Validität bezeichnet das Ausmaß, mit dem die Ergebnisse einer Studie die „wahren“ Effekt einer Intervention/Exposition wiedergegeben werden, d.h. frei von systematischen Fehlern (Bias) sind. Die innere Validität beruht auf der Integrität des Studiendesigns und ist Voraussetzung für die Anwendbarkeit der Studienergebnisse in der Routineversorgung (s. auch externe Validität).
nach oben- Verblindung
- Geheimhaltung der Gruppenzuordnung (Therapie oder Kontrolle) vor Patienten, Studienärzten, Pflegepersonal und Auswertern, die an einer Studie teilnehmen. Damit soll verhindert werden, dass durch das Wissen um die Gruppenzugehörigkeit die Therapieantwort der Patienten, das Verhalten der Ärzte oder die Bewertung der Ergebnisse beeinflusst wird. In einfach-blinden Studien wissen nur die Patienten nicht über ihre Zuordnung Bescheid, in doppel-blinden Studien bleibt die Zuordnung Patient und behandelndem Arzt verborgen. Die Verblindung von Ärzten und Patienten ist nicht immer durchführbar (z.B. beim Vergleich von chirurgischen mit medikamentösen Verfahren), wobei eine Verblindung der Endpunkt-Auswerter in der Regel möglich ist (s. auch Bias).
nach oben- Verdeckte Zuordnung (concealment of allocation)
- Methodisches Verfahren zum Schutz vor Selektionsbias. Geheimhaltung der randomisierten Zuteilungsfolge zu Therapie- oder Kontrollgruppe bis zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses und der Zuordnung des Patienten zu einer Studiengruppe (s. auch Bias).
nach oben- Vortest-Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung (pre-test probability)
- Schätzung der Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung vor der Durchführung eines Tests. Sie beruht im Allgemeinen auf der Prävalenz* der Erkrankung in einem bestimmten Umfeld (z.B. Normalbevölkerung, Primär-, Sekundärversorgung, im Krankenhaus, in der eigenen Praxis). Sind diese Informationen nicht verfügbar, müssen sie gegebenenfalls geschätzt werden.
nach oben- W
- Wahrscheinlichkeitsverhältnis (Likelihood Ratio = LR)
- Das Verhältnis der Wahrscheinlichkeit, dass ein positives (oder negatives) Testergebnis bei einer Person mit der Erkrankung auftritt zur Wahrscheinlichkeit, dass dieses positive (oder negative) Testergebnis bei einer Person ohne diese Erkrankung auftritt. Die LR ermöglicht eine Aussage darüber, wie stark sich durch das Testergebnis die Wahrscheinlichkeit für oder gegen das Vorliegen einer Erkrankung ändert (Nachtestwahrscheinlichkeit).
nach oben- Warzen (Verrucae)
- Warzen sind scharf begrenzte, gutartige Hautwucherungen unterschiedlicher Form mit einer rauen, schuppigen Oberfläche. Sie werden durch ein ansteckendes Virus (Humanes Papilloma-Virus, HPV) hervorgerufen. Zur Zeit kennt man über 100 verschiedene Untertypen dieses Virus. Man unterscheidet Warzen danach, wie sie aussehen und wo sie auftreten. Hervorgerufen werden sie an den unterschiedlichen Hautregionen von den verschiedenen Untertypen des Virus. Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) an Händen und Füßen betreffen zumeist Kinder und Jugendliche und weniger Erwachsene. Sie breiten sich oft auf der Haut des Betroffenen weiter aus und werden auch auf andere Personen übertragen. Die Zeit von der Infektion bis zum Sprießen der Warzen (Inkubationszeit) ist sehr variabel und kann einen bis 21 Monate betragen.
nach oben- Z
- Zufallszahlen (random numbers)
- In der klinischen Forschung dienen Zufallszahlen zur Bildung von Stichproben oder zur zufälligen Zuteilung von Probanden zur Interventions- oder Kontrollgruppe (Randomisierung). Echte Zufallszahlen werden z.B. beim Münzwurf, Würfeln oder Roulette erzeugt. In der Praxis wird meist auf Pseudozufallszahlen zurückgegriffen, d. h. auf scheinbar zufällige Zahlen, die nach einem festen, reproduzierbaren Verfahren erzeugt werden. Obwohl nicht wirklich zufällig, haben sie ähnliche statistische Eigenschaften wie echte Zufallszahlenfolgen. (Pseudo-) Zufallszahlen können gedruckten Tabellen entnommen oder von Computerprogrammen erzeugt werden.
nach oben- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Beim Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Es werden hauptsächlich zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und entsteht durch die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Typ-2-Diabetes betrifft dagegen meist ältere Menschen. Er beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin. Daneben gibt es noch einige seltenere Diabetes-Sonderformen und den Schwangerschaftsdiabetes. Typische Symptome der Erkrankung sind starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger, Juckreiz, Abgeschlagenheit und Infektanfälligkeit. Durch extrem hohe oder extrem niedrige Blutzuckerspiegel kann es zu lebensbedrohlichen Situationen mit Bewusstlosigkeit kommen. Vor allem beim unbehandelten Typ-1-Diabetes sind die Beschwerden stark ausgeprägt; der Typ 2-Diabetes kann dagegen lange Zeit symptomlos bleiben und erst durch Spätschäden auf sich aufmerksam machen. Der Typ-1-Diabetes wird immer mit Insulininjektionen behandelt. Beim Typ-2-Diabetes kann zu Beginn der Erkrankung durch eine Umstellung des Lebensstils mit mehr körperlicher Bewegung, Reduktion von Übergewicht und Ernährungsumstellung noch geholfen werden. In späteren Stadien ist die Einnahme von Medikamenten zur Blutzuckerregulierung erforderlich und schließlich auch eine Insulintherapie.
Eine lebenslange, sorgfältige Blutzuckereinstellung ist entscheidend, um Spätschäden zu verhindern, die im Wesentlichen durch Veränderungen der Blutgefäße hervorgerufen werden. Zu solchen Spätschäden gehören der Herzinfarkt, der Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine und Füße, Veränderungen der Netzhaut, die zum Erblinden führen können, Störungen der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen und Erektionsstörungen. Durch Zucker-Schäden an den Nerven können ein Taubheitsgefühl und Gefühlsstörungen auftreten.
Diabetes ist zwar nicht heilbar in dem Sinne, dass die Erkrankung vollkommen verschwindet, mit guter Blutzuckerkontrolle kann jedoch - abgesehen von der Therapie - ein vollkommen beschwerdefreies und normales Leben geführt werden.
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